"Staatsanleihen sind ein Solidarbeitrag zur Systemstabilisierung"

"Staatsanleihen sind ein Solidarbeitrag zur Systemstabilisierung"

Das geht aus der jüngsten "RiskMonitor"-Studie des Vermögensverwalters Allianz Global Investors (AGI) hervor. "Ein Grund hierfür ist, dass die Kursentwicklung an den Finanzmärkten zuletzt kaum noch durch normale Angebots- und Nachfragefaktoren getrieben wurde", erklärte AGI-Europachef James Dilworth am Mittwoch.

Vielmehr seien die Kurse davon abhängig, was die Zentralbanken machten, insbesondere mit ihren massiven Geldspritzen. "Hiermit haben sie den Marktmechanismus faktisch außer Kraft gesetzt."

AGI, eine Tochter des Versicherungsriesen Allianz, befragt halbjährlich institutionelle Investoren in Europa. An der jüngsten Studie nahmen im Oktober 155 Profi-Anleger aus elf Staaten teil - der größte Teil davon Pensionskassen, denen es im Niedrigzinsumfeld immer schwerer fällt, für ihre Kunden die versprochenen Renditen einzufahren. Mehr als 20 Prozent der Befragten gaben an, dass die niedrige - teilweise sogar negative - Verzinsung von Staatsanleihen höchster Bonität für das Erreichen ihrer Ziele ein sehr hohes Risiko darstellt. Besonders groß ist die Sorge in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien.

Weil Staatsanleihen keine Ertragsquellen mehr sind, sondern ihr Kauf eher ein "Solidarbeitrag zur Systemstabilisierung" ist, wenden sich immer mehr Anleger Alternativen zu, wie AGI erklärte. Der Studie zufolge werden sie etwa bei Unternehmensanleihen, Schwellenländer-Bonds, Immobilien- und Infrastrukturfinanzierungen, Pfandbriefen und Private Equity fündig. Für Dilworth ist das ein Trend, der sich fortsetzen dürfte.

Lebensversicherer kürzen Garantiebeteiligung

Nach dem Versicherer Ergo und der Alten Leipziger hat demgemäß nun auch Branchenführer Allianz bei seinen Lebensversicherungen die sogenannte Überschussbeteiligung gekappt. Die laufende Verzinsung werde von 4,0 auf 3,6 Prozent gesenkt, teilte die Konzerntochter für Lebensversicherungen, Allianz Leben, am Mittwoch in Stuttgart mit. Hintergrund seien die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten für festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen, die zu den wichtigsten Geldanlagen der Versicherer gehören.

Die Versicherer sind verpflichtet, das Geld ihrer Kunden zum Erwirtschaften von Erträgen nur in Anleihen mit hoher Güte zu investieren. In der Euro-Schuldenkrise kommen damit nur Papiere von Staaten wie Deutschland mit allerhöchster Kreditwürdigkeit in Frage. Für neue Anleihen zahlt die Bundesrepublik derzeit jedoch nur minimale Zinsen. Das belastet auch die Erträge bei der Kapitalanlage der Lebensversicherer im Auftrag ihrer Kunden.

Die Allianz Leben begründete die Herabsenkung der Überschussbeteiligung ihrerseits mit der Zinspolitik der EZB. Die von den Währungshütern der Eurozone "seit Jahren verfolgte expansive Geldpolitik bestimmt weiterhin das Zinsniveau festverzinslicher Wertpapiere". Trotz der Absenkung erhielten die Kunden aber "weiterhin eine sehr attraktive Verzinsung", rechtfertigte die Allianz Leben ihre Entscheidung.

Die Überschussbeteiligung von Lebensversicherungen wird Kunden jährlich gutgeschrieben. Wenige Tage vor der Allianz hatte die Alte Leipziger Lebensversicherung ihre Überschussbeteiligung um 0,5 Prozentpunkte gesenkt auf 3,35 Prozent. Ergo teilte am Dienstag mit, die Überschussbeteiligung um 0,6 Prozentpunkte herabzusetzen auf 3,55 Prozent.

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