Spanien bleibt vorerst "Investment Grade", die Anleihen legen weiter zu

Spanien bleibt vorerst "Investment Grade", die Anleihen legen weiter zu

Der vorläufige Verzicht der US-Ratingagentur Moody's auf eine weitere Senkung der Bonität Spaniens hat am Mittwoch an den Renten- und Devisenmärkten für Entspannung gesorgt.

Der Euro kletterte um ein Viertel US-Cent auf 1,3135 Dollar. Damit notierte die Gemeinschaftswährung so hoch wie zuletzt vor einem Monat. Bei den spanischen Staatsanleihen griffen die Anleger wieder beherzt zu, so dass die Rendite der zehnjährigen Papiere auf 5,53 Prozent von 5,81 Prozent am Vorabend rutschte und damit so niedrig wie zuletzt im April lag. Auch die Renditen der italienischen Staatsanleihen gaben auf 4,81 (4,94) Prozent nach.

"Die Anleger sind wieder bereit, ein Risiko einzugehen", sagte ein Börsianer. Moody's hatte Spaniens Kreditwürdigkeit mit "Baa3" bestätigt. Vielfach war mit Abstufung auf Ramschniveau gerechnet worden. Allerdings setzte die Agentur ihren Ausblick auf "negativ". Moody's-Analystin Kathrin Mühlbronner warnte in einem Reuters-Interview, dass der Ramschstatus für Spanien unvermeidlich wäre, wenn das Land von den Kapitalmärkten abgeschnitten wäre. "Das Rating der Iberer bleibt abhängig sowohl von den Fortschritten bei der Stabilisierung der Staatsfinanzen, als auch von der Umsetzung der Brüsseler Pläne fiskalische, ökonomische und regulatorische Institutionen zu reformieren", fassten die Analysten der Metzler Bank zusammen.

Sollte Spanien unter den ESM-Rettungsfonds schlüpfen, könnte die EZB ihr Anleihe-Kaufprogram OMT starten und damit die Renditen der spanischen Anleihen und so die Kosten für die Refinanzierung weiter drücken. Die meisten Börsianer rechnen mit einem spanischen Hilfsantrag im November. Doch könnte schon am Donnerstag der ein oder andere Anleger enttäuscht reagieren, wenn die Spanier beim EU-Gipfel keine Signale für einen Hilfsantrag geben.

Manche Börsianer gehen auch explizit davon aus, dass Mariano Rajoy ein Downgrade Spaniens auf Ramschniveau zu gute käme - so paradox es klingen mag. Denn dann könnte Spaniens Premier aufgrund des folgenden Ausverkaufs bei den Anleihen einen Hilfsantrag stellen und hätte gleichzeitig einen "Schuldigen" in Gestalt der Ratingagenturen.

Derweil nahm der Bund bei der Auktion zweijähriger Schatzanweisungen 4,2 Milliarden Euro ein, wobei die Rendite leicht anzog. Ansonsten standen deutsche Staatspapiere am Mittwoch weniger hoch im Kurs. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg auf 1,61 Prozent von 1,55 Prozent am Vorabend. Der Bund-Future fiel um 72 Ticks auf 140,05 Punkte.

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