Spanien: Die mögliche Taktik der EZB und ein Milliardenloch bei Banco Santander

Spanien: Die mögliche Taktik der EZB und ein Milliardenloch bei Banco Santander

Sobald Spanien offiziell um ein Hilfspaket bitte - was eher "eine Frage des Zeitpunkts und weniger eine des Ob" sei - wird die EZB laut Goldman Sachs nur sporadisch in den Markt eingreifen, um das Renditeniveau zu halten.

Eingriffe im großen Stil mit dem Ziel, die Renditen viel tiefer zu drücken, seien dagegen eher unwahrscheinlich. Und falls Kritiker die Glaubwürdigkeit der EZB in Frage stellen würden, dann könne es sehr gut sein, dass die EZB ihnen Verluste aufhalse.

“Wir glauben nicht, dass die EZB ambitioniert sein wird, wenn es darum geht, die Renditen der Kurzläufer in Spanien sehr weit unter das jetzige Niveau zu drücken”, sagte Huw Pill, Chef-Volkswirt für Europa bei Goldman Sachs, der einst selbst in den Diensten der EZB stand, in einem Interview mit Bloomberg Television. Die EZB werde wohl eher mit “Guerilla”- Taktiken die Renditen “verankern”.

Rhetorik ist die stärkste Waffe

Er geht nicht davon aus, dass sich die EZB in eine aktivistische Zentralbank verwandeln wird. Es sei vielmehr damit zu rechnen, dass die EZB als eine Art “Circuit-Breaker” handeln werde. Die EZB müsse zu Beginn wohl nicht “aggressiv” in den Markt gehen, da ihre Rhetorik bereits ausreiche könnte, um Kampfbereitschaft zu signalisieren.

Sollte sich am Markt Skepsis breit machen, dann könnte sich die EZB laut Pill dazu entscheiden, die kurzfristigen Renditen zunächst ansteigen zu lassen - bevor sie wieder in den Markt gehe und dort Anleihen aufkaufe, was dann für diejenigen, die dagegen wetteten, zu Verlusten führen dürfte.

Santander macht Probleme

Abgründe tun sich dagegen bei Spaniens größter Banbk auf. Banco Santander könnte nämlich eine Kapitallücke im inländischen Geschäft von bis zu 18 Mrd. Euro aufweisen - basierend darauf, was “tatsächlich verfügbar” sei, um Verluste zu absorbieren. Das geht aus einer Analyse von Barclays hervor. Santander wies auf Nachfrage von Bloomberg News die Inhalte der Studie allerdings als falsch zurück.

Laut Barclays hat Santander für das spanische Geschäft eine Kernkapital-Quote (Core Tier 1) von zehn Prozent berichtet. Jedoch entspreche die Quote “eher” zwei Prozent, argumentieren die Analysten. Sie legen dabei das Kapital zugrunde, das zum Auffangen inländischer Verluste vorhanden sei.

Santander berücksichtige das Kapital, das in die Töchtergesellschaften investiert sei, sowohl beim Mutterkonzern als auch bei den einzelnen Töchtern, wenn die jeweiligen Tier-1- Quoten berechnet würden, heißt es in dem Bericht von Barclays.

Zwar erlaube die spanische Zentralbank diesen Ansatz. Jedoch könne sich dies schnell ändern, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) tatsächlich die Bankenaufsicht für die gesamte Eurozone übernehme. Ein entsprechender Schritt wird derzeit von den Mitgliedsstaaten diskutiert.

Die Barclays-Analyse ist laut Santander deshalb falsch, weil es nicht funktioniere, das Kapital der Töchter von dem der Muttergesellschaft abzuziehen - wegen verschiedener Definitionen und Bilanzierungsvorschriften, je nach Land.

Schwache Quartalszahlen

Die Banco Santander musste am Donnerstag bei Bilanzvorlage wegen Abschreibung fauler Immobilienkredite einen deutlichen Gewinneinbruch vermelden. In den ersten neun Monaten verringerte sich das Ergebnis unter dem Strich um 66 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Allein in den vergangenen zwei Quartalen schrieb Banco Santander fünf Milliarden Euro wegen fauler Immobilienkredite ab. Damit habe man nun 90 Prozent der von der Regierung angeordneten Wertberichtigungen in diesem Bereich umgesetzt, fügte die Bank hinzu.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte erst in der vergangenen Woche die Kreditwürdigkeit von 15 spanischen Banken schlechter bewertet, darunter Banco Santander.

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen