Schlechtes Omen für Bondmärkte: Spanien plündert Pensionsfonds

Schlechtes Omen für Bondmärkte: Spanien plündert Pensionsfonds

Das spanische Finanzministerium könnte einen seiner wichtigsten Investoren in Staatsanleihen verlieren. Denn angesichts der Haushaltsprobleme im Land plündert Ministerpräsident Mariano Rajoy bereits das zweite Jahr in Folge das staatliche Sparschwein.

Die Regierung hat sich des 59,3 Milliarden Euro schweren Pensionsreservefonds Fondo de Reserva erstmals im Dezember bedient und für Weihnachtsgeld und eine monatliche Rentenerhöhungen 7 Milliarden Euro kassiert. Bis zum Ende des Monats dürften weitere 4,5 Milliarden Euro abgezogen werden, um Steuererstattungen und Sommer-Boni zu finanzieren.

“Der Fonds ist nicht mehr in der Lage, weitere Vermögenswerte aufzukaufen, womöglich muss er sogar Verkäufe tätigen”, sagte Jose Antonio Herce, ein Partner des Beratungsunternehmens Analistas Financieros Internacionales in Madrid. “Es gibt immer mehr Pensionszahlungen, und immer weniger Geld fließt in das Sozialsystem. Da Mittel aus dem Fonds genommen werden, wird er jetzt schnell abschmelzen.”

Abhängigkeit vom Pensionsreservefonds nimmt zu

Rajoy wird von dem Pensionsreservefonds immer abhängiger, da die spanischen Staatsanleihen geringere Erträge einbringen. Die Rendite zehnjähriger Anleihen des Landes ist seit ihrem Allzeithoch vor einem Jahr bei 7,75 Prozent um mehr als 310 Basispunkte gesunken und betrug zuletzt 4,65 Prozent.

Indes erweist sich die Lage in Spanien weiter als durchaus angespannt: Die Arbeitslosenquote etwa liegt mit 27,2 Prozent auf Rekordniveau, und die Zahl der ausbezahlten Renten stieg im Juni auf 9,06 Millionen, verglichen mit 7,85 Millionen im Jahr 2003. Mit der Neugestaltung des staatlichen Rentensystems ist die Regierung mehr als sechs Monate im Rückstand.

Der Reservefonds wurde im Jahr 2000 angelegt, um zukünftige Rentenzahlungen zu garantieren. Heimische Staatsanleihen haben im vergangenen Jahr 97,5 Prozent seiner Investments ausgemacht, verglichen mit 89,8 Prozent 2011.

“Spaniens Pensionsfonds ist dazu übergangenen, vor allem in die heimischen Staatsanleihen zu investieren, und kann offensichtlich keine weiteren mehr ansammeln”, sagte Luca Jellinek, Leiter Anleihestrategie von Crédit Agricole Corporate & Investment Bank in London. “Bislang war er ein guter Käufer, dieses Geld muss nun aber woanders herkommen.”

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