S&P droht Banken mit Massen-Downgrade

Die Bonitätsnoten von Banken werden nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) wohl auf eine niedrigere Qualitäts-Stufe im Bereich “Investment Grade” zurückfallen.

S&P droht Banken mit Massen-Downgrade

Zur Begründung verweist S&P auf Beteuerungen der Regierungen, dass Staatshilfen und Rettungspakete für angeschlagene Finanzinstitute keineswegs garantiert sind.

“Wir sprechen in der Europäischen Union und weltweit von keiner mit ’A’ bewertete Branche mehr, wir sprechen von einer ’BBB’-Branche”, sagte S&P-Bankenanalyst Markus Schmaus am Mittwoch in Wien bei einer Konferenz. Die Ratings “BBB+", “BBB” und “BBB-” sind auf der S&P-Skala die drei niedrigsten Stufen im Bereich “Investment Grade”.

Die Bonitätsnoten der Banken profitierten derzeit von der Erwartung, dass die Staaten ihren Zusammenbruch verhindern würden, um die breitere Wirtschaft vor den damit einhergehenden Folgen zu schützen, erklärte Schmaus. Sollten die Regierungen aber Rettungsmaßnahmen für angeschlagene Banken drosseln, um ihre Steuerzahler zu schützen, gebe es keinen Aufwärtsdruck mehr auf die Ratings der Bankenbranche.

Verbindung zwischen Staaten und Banken kappen

“Diese Ratings, die sich vornehmlich auf der ’A’-Stufe befinden, spiegeln eine beträchtliche und außerordentliche Unterstützung der Staaten wider”, erklärte der S&P- Bankenanalyst. “Alle Regierungen, alle Aufsichtsbehörden arbeiten daran, die Verbindung zwischen Staaten und der Kreditqualität der Banken tatsächlich zu kappen.”

Seit Beginn der Finanzkrise vor fünf Jahren haben Kreditinstitute von der Citigroup über die Royal Bank of Scotland Group bis hin zur ING Groep Staatshilfen erhalten, nachdem der Zusammenbruch von Lehman Brothers die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen hatte.