Rumoren am Bondmarkt: Neue Sorgen um Spanien und Italien

Rumoren am Bondmarkt: Neue Sorgen um Spanien und Italien

Die Risikoaufschläge für Staatspapiere aus den großen Euro-Krisenländern Spanien und Italien haben am Freitag deutlich zugelegt.

Als Grund gilt vor allem ein Medienbericht über neue Finanzlöcher im spanischen Bankensektor. In Italien mache sich zudem das schwache Konsumklima bemerkbar. Darüber hinaus schwebe das Ende des Billiggeldes wie ein Damoklesschwert über den Finanzmärkten, sagte ein Händler.

In der richtungsweisenden Laufzeit über zehn Jahre stiegen die Renditen für spanische Staatstitel bis zum Nachmittag um 16 Basispunkte auf 4,43 Prozent an. Die italienischen Pendants kletterten ebenfalls um 16 Punkte auf 4,18 Prozent. Damit wurden die höchsten Stände seit mehr als einem Monat erreicht. Auch Papiere aus Portugal gerieten stark unter Druck. Die Nachfrage nach den als besonders sicher geltenden deutschen Bundesanleihen legte hingegen moderat zu.

Den spanischen Banken drohen laut einem Bericht der "Financial Times" (FT) vom Freitag neue teure Rückschläge. Demnach rechnet die spanische Zentralbank damit, dass die Banken bis zu zehn Milliarden Euro zusätzliche Rückstellungen für erst vor kurzem verlängerte Unternehmenskredite bilden müssen. Noch sei jedoch unklar, wie stark die Ergebnisse der Institute belastet werden, zitierte das Blatt einen nicht genannten Zentralbanker.

Zieht Bernanke die Zügel an?

Für große Unsicherheit an den Märkten sorgen nach wie vor die jüngsten Andeutungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke auf einen schrittweisen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik. Bernanke hatte am Mittwoch vor US-Abgeordneten gesagt, die milliardenschweren Anleihekäufen zur Stützung der US-Wirtschaft könnten in einer der nächsten Notenbanksitzungen gedrosselt werden.

Bundesbankchef Jens Weidmann forderte abermals entschiedene Sparanstrengungen in der Eurozone. Sollten die Regierungen die Bemühungen vernachlässigen, könnten die Finanzmärkte verunsichert werden: "Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen würden hoch bleiben oder sogar weiter steigen", sagte Weidmann, der auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) vertreten ist, am Freitag in Paris.

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