Renditen für österreichische Staatsanleihen im Sinkflug

Renditen für österreichische Staatsanleihen im Sinkflug

Die heimischen Unternehmensanleihen haben ihren Renditerückgang seit Anfang April fortgesetzt. Laut Bond-Experten spielte dabei die Leitzinssenkung der Europäischen Union auf 0,5 Prozent die entscheidende Rolle. Die Nachfrage nach Corporate Bonds dürfte deshalb hoch bleiben - auch bei Kleinanlegern.

Die Zinssenkung habe "ihre Wirkung nicht verfehlt" schreiben die Anleihen-Analysten von Raiffeisen. Laut Angaben der Erste Group liegen die Renditen der Investment Grade Bonds bei einem Rekord-Tief von zwei Prozent. Im Fokus stehen derzeit die Anleihen von Andritz und die der beiden Baukonzerne Strabag und Porr sowie eine Emission von Wienerberger.

Neben der EZB-Leitzinssenkung hätten auch Ankündigungen von Maßnahmen zur Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben und die Regierungsbildung in Italien die Kurse von Unternehmensanleihen gestützt, so die Analysten.

Die niedrigen Renditen bei Staatsanleihen würden sich auch auf die Kreditmärkte der Unternehmen auswirken. "Die Nachfrage nach sicheren Papieren einerseits und die Ertragsüberlegungen der Investoren andererseits fungieren weiterhin als treibende Faktoren für die Renditeentwicklung im Unternehmenssektor", fasst Alihan Karadagoglu von der Erste Group zusammen.

Andritz im Fokus

Nach der Gewinnwarnung von Andritz, deren Gewinn im ersten Quartal um 92 Prozent auf nur noch 4,1 Millionen Euro geschmolzen ist, stehen auch die Anleihen des Anlagenbauers im Fokus. Andritz weise aber trotzdem ein "solides Verschuldungs- und Finanzprofil" auf, so die Erste-Group-Analysten. Die gesamten Finanzverbindlichkeiten im Vergleich zum EBITDA dürften nach 2013 allerdings steigen und deswegen "um eine Rating-Kategorie tiefer positioniert werden".

Zu den Strabag-Anleihen äußerten sich die Raiffeisen-Analysten. Sie gehen weiter davon aus, dass der Baukonzern der "schwierigen Bauwirtschaft mit einer konservativen Finanzpolitik begegnet". Das würde auch eine Reduktion der Dividende bedeuten. Strabag-Anleihen notieren derzeit je nach Laufzeit mit einer Rendite zwischen 2,2 und 2,8 Prozent.

Im Vergleich zu Strabag werfen Porr-Anleihen mit vier bis fünf Prozent derzeit deutlich mehr Rendite ab. Allerdings haben sich laut Raiffeisen bei Porr die Risikoprämien seit Mitte April reduziert. Die Raiffeisen-Analysten sprechen für Porr-Anleihen eine "spekulative Kaufempfehlung" aus. Sie erwarten, dass Porr in den nächsten zwei Quartalen ein Refinanzierungskonzept veröffentlicht.

Neuemissionen

In der heimischen Baubranche gab zudem es seit Mitte April zwei Neu-Emissionen: So gab der Ziegelkonzern Wienerberger im April Schuldtitel in der Höhe von 300 Millionen Euro aus, der Bauriese Strabag folgte Anfang Mai mit einer 200-Millionen-Anleihe.

Zudem kündigte Constantia Flexibles an, eine Hybridanleihe in der Höhe von 150 Millionen Euro zu begeben. Wegen großer Nachfrage hatte Constantia Flexibles die Anleihe von ursprünglich 80 Millionen Euro kurzerhand aufgestockt. Die Raiffeisen-Experten gehen davon aus, dass noch weitere österreichische Firmen das günstige Umfeld für Unternehmensanleihen nützen werden.

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