QE oder doch nicht – die Fed spaltet sich in drei Lager

Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der März-Sitzung des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses (FOMC) der Fed hervorgeht, gibt es mehrere Lager.

QE oder doch nicht – die Fed spaltet sich in drei Lager

So wollen einige führende US-Notenbanker die zur Stützung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt gedachten milliardenschweren Staatsanleihenkäufe (Quantitative Easing, QE) der Federal Reserve Mitte des Jahres beenden. Eine andere Gruppe möchte den Wertpapierkauf zum Jahresende auslaufen lassen. Die dritte Fraktion will die ultralockere Geldpolitik noch über den Jahreswechsel hinaus aufrecht erhalten.

Bei dem Treffen der Notenbanker am 19. und 20. März muss es den Protokollen zufolge eine sehr lebhafte Debatte über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Krise gegeben haben. "Ein paar Mitglieder waren der Ansicht, dass es im Lichte der Kosten und Risiken angemessen wäre, die Käufe im Verlauf des Jahres zu beenden. Einige andere erklärten, dass es - sollte sich die Lage am Arbeitsmarkt wie prognostiziert bessern - auch angemessen sein könnte, im Laufe des Jahres immer weniger zu kaufen und das Programm zu Jahresende zu beenden." Die Mehrheit des Ausschusses sei aber unter dem Strich der Ansicht gewesen, dass die Vorteile des aktuellen Kurses die Kosten überwögen. Allerdings: Bei dem turnusmäßigen Treffen der Notenbanker waren die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt noch nicht bekannt.

Miese Job-Daten machen der Fed einen Strich durch die Rechnung

Vergangene Woche hatten miserable Jobzahlen aus den USA die Spekulationen über ein Ende der Wertpapierkäufe der Fed schon im Sommer mehr oder weniger zunichtegemacht. "Wir werden wohl bis zum Herbst warten müssen", erklärte am Mittwoch Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann. Auch Fed-Chef Ben Bernanke hat zuletzt keine Signale gegeben, aus der ultralockeren Geldpolitik schnell auszusteigen: Am Montag sagte er auf einer Konferenz in Atlanta, die US-Wirtschaft sei zwar inzwischen wieder deutlich stärker als vor vier Jahren auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den USA, "allerdings sind die Bedingungen eindeutig noch weit von dem entfernt, was wir gerne sehen würden".

Die Fed kauft derzeit Monat für Monat Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Gegenwert von 85 Milliarden Dollar. Das auf diese Weise geschaffene Geld soll die Konjunktur ankurbeln und vor allem den Arbeitsmarkt stützen. Bernanke will erst dann den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn die Arbeitslosenquote wieder auf 6,5 Prozent gefallen ist. Aktuell liegt sie bei 7,6 Prozent und ist damit weit vom Zielwert der Fed entfernt. Einen Rückschlag gab es im März: Die Unternehmen zwischen Boston und Los Angeles schufen lediglich 88.000 neue Stellen. Im Februar waren es noch 268.000 gewesen.

Das Sitzungsprotokoll wurde früher als erwartet veröffentlicht. Zur Begründung erklärte die Zentralbank, die Mitschrift sei einigen Personen unbeabsichtigt vor dem eigentlich für den Abend geplanten Veröffentlichungszeitpunkt zugestellt worden. Ein Sprecher sagte, der Vorgang werde untersucht.