Patriotismus zahlt sich aus: 26 Prozent Plus mit italienischen Bonds

Patriotismus zahlt sich aus: 26 Prozent Plus mit italienischen Bonds

Etwas Mut beim Investieren in Staatsanleihen hat italienischen Fußballspielern eine Rendite von 26 Prozent in rund zwölf Monaten eingebracht.

Ende vergangenen Jahres wurden Italiener aufgefordert, ihren Patriotismus durch Käufe von Staatsanleihen, sogenannten Buoni del Tesoro Poliennale (BTP), zu zeigen.

Am sogenannten BTP-Tag, dem 28. November 2011, verzichteten italienische Banken auf Gebühren für den Kauf von Staatspapieren. Die Rendite 10-jähriger italienischer Anleihen ist seitdem um 2,5 Prozentpunkte gefallen, mit entsprechenden Kursgewinnen für die Anleihen. Damiano Tommasi, Leiter der italienischen Fußballergewerkschaft, spricht von einer “sehr positiven Reaktion” der Spieler. Zu den Käufern gehört auch der Stürmer Antonio Di Natale, der bei Udinese Calcio spielt und in den Jahren 2010 und 2011 bester Torjäger der italienischen Serie A war.

“Wir wollten unseren Teil beitragen, dass Italien in einer sehr schweren Zeit bestehen kann, aber wir haben nicht nur aus Solidarität mitgemacht”, erläuterte Tommasi, der früher für die AS Roma spielte. “Diese Anleihen haben sich als großartiges Investment erwiesen. Unsere Gewerkschaft erwarb Staatsanleihen, und wir haben die Mannschaftskapitäne aller Profi-Vereine angeschrieben und sie aufgefordert, dies auch zu tun. Ich habe selbst Bonds gekauft.”

Unterstützung erhielten italienische Anleihen auch von den Liquiditätsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank, die über Dreijahrestender eine Billion Euro an die Banken auslieh. Im Vergleich zu anderen Staatspapieren liegen die Italien-Bonds mit ihrem Plus von knapp 30 Prozent vorne: spanische Bonds kommen auf ein Plus von 13 Prozent, deutsche Bundesanleihen auf 6,7 Prozent.

Der BTP-Tag wurde von den Privatanlegern offenbar stark genutzt. UniCredit SpA, die größte Bank des Landes, verzeichnete ein doppelt so hohes Handelsvolumen bei italienischen Anleihen wie im Durchschnitt der vorhergehenden Wochen. Das Volumen der einzelnen Orders “zeigt, dass sie vermutlich von italienischen Familien und Kleinanlegern getätigt wurden”, sagte Monica Cellerino, Leiterin des Privatkundengeschäfts der UniCredit in der Lombardei.

Italiener sparen brav

Die Italiener gehören zu den größten Sparern in der Eurozone, wie EZB-Daten zeigen. Italien profitiere von “höheren privaten Ersparnissen als Spanien”, kommentierte Michael Riddell, Fondsmanager bei M&G Group Plc in London. “Die Regierung hat mit einigem Erfolg diese Ersparnisse angezapft.”

Für die Sparer hat sich das Investment jedenfalls gelohnt, schätzt Mario Spreafico, Investmentchef bei Schroders Private Banking in Mailand. “Der BTP-Tag hat sich als unglaubliche Chance erwiesen, vor allem für jene, die langfristige Anleihen erworben haben.”

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