Österreich deckt sich günstig wie nie mit frischem Geld ein

Österreich deckt sich günstig wie nie mit frischem Geld ein

Die staatliche Schuldenagentur OeBFA platzierte am Dienstag zwei Anleihen über insgesamt 1,1 Milliarden Euro und musste dabei für ein fünfjähriges Papier nur 0,829 Prozent Zinsen zahlen und 1,344 Prozent für eine siebenjährige Anleihe.

"Wir haben bei einem Papier dieser Laufzeit noch nie so eine niedrige Rendite gehabt", sagte OeBFA-Chefin Martha Oberndorfer zu Reuters.

Österreich profitiert dabei von guten Bewertungen seiner Kreditwürdigkeit. Bei den Agenturen Moody's und Fitch verfügt das Land als eines der wenigen in Europa weiterhin über die Bestnote AAA. Standard & Poor's hatte Österreich diese zu Jahresbeginn entzogen.

Insgesamt will sich die Alpenrepublik im laufenden Jahr 20 bis 24 Milliarden Euro über Anleihen holen. "Unsere Planung ist unverändert", sagte Oberndorfer. Über 80 Prozent dieses Emissionsvolumens habe Österreich bereits erfüllt.

Bei österreichischen Papieren mit kurzen Laufzeiten von zwei Jahren sei der Zinssatz sogar negativ - das heißt, Anleger bezahlen Österreich Geld, um Staatsanleihen halten zu dürfen. Dennoch will Oberndorfer das Volumen der kurzfristigen Papiere nicht maßgeblich aufstocken. "Es ist sehr wichtig, nicht den kurzfristigen Vorteil zu maximieren, sondern langfristig das tiefe Zinsniveau zu sichern", sagte sie. Im laufenden Jahr habe die OeBFA daher Papiere mit einer durchschnittlichen Laufzeit von über 15 Jahren begeben.

Die weitere Entwicklung an den Anleihemärkten im laufenden Jahr hänge maßgeblich von der Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts ab, sagte Oberndorfer. Es entscheidet am 12. September über Eilanträge gegen den europäischen Rettungsfonds ESM und den Fiskalpakt. Bei einer positiven Entscheidung bedeute dies eine Erleichterung bei der Refinanzierung für alle Euro-Staaten. "Die internationale Presse ist voll mit Schlagzeilen über die Euro-Zone. Es schadet allen Staaten. Wenn da ein klarerer Weg für eine Lösungsmöglichkeit vorhanden ist, ist das ganz sicher was Positives für den Markt", sagte Oberndorfer.

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