"Nur bei den USA kann man sicher sein, dass man sein Geld zurückbekommt"

"Nur bei den USA kann man sicher sein, dass man sein Geld zurückbekommt"

Unabhängig davon, ob sie bei der Wahl am 6. November Präsident Barack Obama oder seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney den Vorzug geben - Bondinvestoren in den USA stehen heute besser da als vor vier Jahren.

US-Bonds, von Treasuries über Hypothekenpapiere bis zu Unternehmensanleihen, haben den Anlegern während der Amtszeit von Obama im Durchschnitt einen Ertrag von 6,5 Prozent eingebracht, was über den 4,6 Prozent in den letzten vier Amtsjahren von George W. Bush liegt, wie aus Indizes von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. Demnach rentieren festverzinsliche US-Papiere derzeit sieben Basispunkte niedriger als der weltweite Durchschnitt, während ihre Rendite damals 51 Basispunkte darüber lag.

Durch die Bondkäufe der Federal Reserve in Höhe von 2,3 Billionen Dollar und die fiskalpolitischen Stützungsmaßnehmen von Obama hat sich die Emissionstätigkeit der Unternehmen wieder erholt, ebenso wie die Kreditvergabe an die Wirtschaft. Die Hypothekenzinsen befinden sich auf einem Rekordtief und der Eigenheimmarkt beginnt sich zusammen mit dem Verbrauchervertrauen zu bessern. Obama unterstützt die Fed, doch Romney erklärt, er würde Notenbankchef Ben S. Bernanke 2014 nicht für eine dritte Amtszeit benennen.

“Es waren vier spektakuläre Jahre für den Bondmarkt”, sagt Robert Tipp, Chefanlagestratege für festverzinsliche Papiere bei Prudential Financial Inc. in Newark im Bundesstaat New Jersey. “In den USA liegt das Risiko weniger in der Konjunktur, die sich recht ordentlich entwickelt, sondern darin, dass die Notenbank keinen Spielraum mehr hat.”

Garantiert niedriege Renditen bis Mitte 2015

Festverzinsliche Papiere haussieren obwohl Unternehmen mehr Kapital aufnehmen und das Volumen an Staatsanleihen auf 16 Billionen Dollar angeschwollen ist, von 10,6 Billionen Dollar vor vier Jahren. Die Fed schrieb am 24. Oktober, ein Leitzinsniveau nahe Null “sollte bis mindestens Mitte 2015 gerechtfertigt sein”, und signalisierte damit, dass ihre Politik die Renditen weiterhin eindämmen werde.

Zwischen Januar und August haben private Anleger 168,9 Mrd. Dollar in zu versteuernde Investmentfonds für Festverzinsliche gesteckt, nach 135,2 Mrd. Dollar für das Gesamtjahr 2011 und 10,8 Mrd. Dollar 2008, wie aus Daten des Branchenbeobachters Investment Company Institute hervorgeht.

Obwohl die Fed die Notenpresse angeworfen hat, um Bonds zu kaufen, bleibt die Inflation niedrig. Die Verbraucherpreise sind seit 2009 mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 1,6 Prozent gestiegen, verglichen mit 3,3 Prozent in den vier Jahren zuvor.

Saftiger Ertrag seit 2008

US-Staatsanleihen haben den Anlegern einschließlich reinvestierter Zinsen seit Ende Oktober 2008 einen Ertrag von 24,2 Prozent eingebracht, oder 5,59 Prozent jährlich, zeigt der U.S. Master Index von Bank of America Merrill Lynch. Zum Vergleich: Weltweit fuhren Staatspapiere in dem Zeitraum ein Plus von 21,4 Prozent ein.

“Nach fast allen Maßstäben der Bondmarkt-Performance sind die Märkte heute stärker als damals”, sagt James Kochan, Chefstratege für festverzinsliche Papiere bei Wells Fargo Funds Management LLC in Menomonee Falls, Wisconsin.

Die Renditen der Treasuries, die bereits beim Amtsantritt von Obama sehr tief lagen, sind weiter gefallen. Denn die sich zuspitzende Euroraum-Schuldenkrise sowie die relative Stärke und Stabilität der USA haben die Nachfrage nach auf Dollar lautenden Vermögenswerten angeschoben. Bei den US-Auktionen von Schatzpapieren und Anleihen von insgesamt 1,79 Billionen Dollar in diesem Jahr lag die Überzeichnungsquote beim 3,17fachen, ein Rekordhoch. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert bei den Auktionen im Volumen von 922 Mrd. Dollar belief sich 2008 auf 2,23.

Die Performance der US-Bonds in diesem Jahr übertrifft auch das Plus von 5,7 Prozent in Europa und von zwei Prozent in Japan. Die Erträge in der Ära Obama sind die höchsten seit den durchschnittlich 7,5 Prozent während der zweiten Amtszeit von Bill Clinton, geht aus den Indizes von Bank of America hervor.

Wo sonst außer in den USA “können Anleger ihr Geld in großen Summen in Papiere mit einer hohen Bonitätsnote investieren und sicher sein, dass sie es in der Zukunft zurückbekommen?” fragt Chris Ahrens, Zinsstratege bei UBS Securities LLC, einem Primärhändler in Stamford, Connecticut.

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