Notenbanken helfen Griechenland mit "Roll-Over" der Schulden

Notenbanken helfen Griechenland mit "Roll-Over" der Schulden

In einem Dokument vom jüngsten Treffen der Euro-Gruppe, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag, war von einer Verlängerung des Rückzahlungsfrist für griechische Staatsanleihen in Notenbank-Besitz durch einen sogenannten "Roll-Over", den Tausch auslaufender Anleihen gegen neue Papiere, die Rede.

Damit könnte das Land bis 2016 um insgesamt 5,6 Milliarden Euro entlastet würde. Konkret müsste es in dieser Zeit dann nicht mehr 7,6 Milliarden Euro aufbringen, sondern nur noch rund zwei Milliarden Euro.

Eine solche Maßnahmen würde passen zu der Verabredung der Euro-Finanzminister, die Laufzeit von bilateralen und von EFSF-Krediten an Griechenland um 15 Jahre zu verlängern und Zinszahlungen um zehn Jahre aufzuschieben. Bei der EZB liegen griechische Staatsanleihen in einem mittleren zweistelligem Milliardenvolumen.

Die Euro-Finanzminister und der IWF hatten sich am Montag auf ein umfangreiches Paket verschiedener Finanzhilfen verständigt, um das ins Stocken geratene zweite Hilfsprogramm für Griechenland wieder auf Kurs zu bringen. Damit soll die griechische Schuldenquote nun bis 2022 auf rund 110 Prozent gedrückt werden verglichen mit rund 190 Prozent, die im nächsten Jahr erwartet werden. Dem Reuters vorliegenden Dokument zufolge benötigt Griechenland noch eine Extra-Finanzierung von 1,8 Milliarden Euro für die Jahre 2012 bis 2014 und weitere 5,8 Milliarden Euro zwischen 2015 und 2016. Würden die 17 Zentralbanken in der Euro-Zone ihre griechischen Staatsanleihen bei Fälligkeit gegen neue Schuldtitel mit längerer Laufzeit tauschen, könnte das dem Land eine Entlastung von 3,7 Milliarden Euro bis 2014 und 1,9 Milliarden Euro in den Jahren 2015 und 2015 einbringen.

Unterdessen wurde auch bekannt, dass Griechenland die Deutsche Bank und Morgan Stanley mit der Organisation des Rückkaufs von Staatsanleihen beauftragt hat. Das sagte ein ranghoher Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Derzeit planen wir, dass der Rückkauf auf freiwilliger Basis erfolgt", sagte er. "Wir hoffen, dass Anfang kommender Woche - wenn möglich schon am Montag - die staatliche Finanzagentur PDMA die Ausschreibung für den Rückkauf veröffentlicht."

Griechenland will alte Bonds am Kapitalmarkt zurückzukaufen und damit vom starken Preisverfall der Papiere profitieren. Dadurch sollen die Schulden gedrückt werden. Private Investoren halten noch Anleihen im Wert von rund 60 Mrd. Euro. Der Löwenanteil entfällt auf griechische Banken und Pensionsfonds, der Rest auf Hedge-Fonds, die auf einen solchen Rückkauf spekuliert haben dürften.

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