Nichts Neues von EZB und BoE: Außer der 5-Euro-Schein

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert belassen. Der Zins, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Notenbank refinanzieren können, bleibe bei 0,75 Prozent, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Volkswirte hatten diese Entscheidung erwartet.

Nichts Neues von EZB und BoE: Außer der 5-Euro-Schein

Ihren Einlagensatz, den sie den Geschäftsbanken für überschüssige Mittel zahlt, beließ die EZB bei null Prozent. Auf dieses Niveau hatte sie den Satz im Juli gesenkt. Damit soll den Banken der Anreiz genommen werden, überschüssige Mittel bei der EZB zu parken. Der Spitzenrefinanzierungssatz liegt weiter bei 1,5 Prozent.

EZB-Chef Mario Draghi wird die jüngsten Entscheidungen ab 14.30 Uhr vor der Presse erläutern. Neue Entscheidungen zum Anleihekaufprogramm (OMT) werden nicht erwartet.

Außerdem darf sich die EZB zum Jahresauftakt auch angenehmeren Themen widmen: Am Nachmittag will Draghi in Frankfurt ab 16.30 Uhr den überarbeiteten Fünf-Euro-Schein vorstellen, der von Mai an unters Volk gebracht werden soll. Die Währungshüter versprechen mehr Sicherheit gegen Fälscher dank neuer Wasserzeichen und Hologramme.

In UK keine gravierende Änderung zum Besseren

Außerdem teilte die Bank of England mit, dass das Volumen der Staatsanleihenkäufe nicht über 375 Milliarden Pfund hinaus ausgedehnt werde. Den Leitzins beließen die Zentralbanker um BoE-Gouverneur Mervyn King wie erwartet bei 0,5 Prozent.

Der Wirtschaft dürfte zum Jahresende wieder die Puste ausgegangen sein, nachdem sie im Sommer noch solide gewachsen war. King hatte jedoch jüngst klargestellt, dass er den Hauptschub des Anleihenprogramms für die Konjunktur erst im Laufe des Jahres 2013 erwarte. Zugleich macht die Inflation der Notenbank weiter zu schaffen: Die Jahresteuerung verharrte im November bei 2,7 Prozent und liegt damit deutlich über dem Inflationsziel der BoE von 2,0 Prozent.

Die Notenbank geht davon aus, dass es vorerst keine durchgreifende Änderung zu Besseren geben wird: Großbritannien sieht sich nach Einschätzung Kings noch geraume Zeit mit der unschönen Aussicht konfrontiert, dass sich die Wirtschaft nur schwach erholt und die Teuerung nicht im Zaum gehalten werden kann. King wird die Geldpolitik jedoch nur noch bis Mitte des Jahres an der Spitze der Notenbank entscheidend mitprägen: Im Juli übernimmt der Kanadier Mark Carney den Posten.