Neue Risikolust der Banken – Fed-Berater warnen, doch keiner hört zu

Neue Risikolust der Banken – Fed-Berater warnen, doch keiner hört zu

Die US-Notenbank überlegt derzeit, wie lange sie ihre beispiellose Lockerung der Geldpolitik fortführen soll, darunter die Anleihekäufe im Volumen von monatlich 85 Mrd. Dollar. Die Banker im Fed-Beratungsausschuss unterstützten im Februar 2013 die lockere Geldpolitik, hatten sie aber interessanterweise im September 2012 abgelehnt. Vor der Risikobereitschaft der Finanzinstitute warnten sie sogar bereits im Dezember 2011.

“Der Margendruck, unter dem Finanzinstitute aufgrund des Niedrigzinsumfeldes stehen, hat zusammen mit drastisch höheren Kosten für Compliance und andere Infrastruktur viele veranlasst, höhere Renditen anzustreben und dafür größere Zins- oder Bonitätsrisiken in Kauf zu nehmen”, heißt es in dem Protokoll der Sitzung des Federal Advisory Council vom 8. Februar, das Bloomberg News durch eine Anfrage aufgrund des Freedom of Information Act erhalten hat.

Die US-Notenbank überlegt derzeit, wie lange sie ihre beispiellose Lockerung der Geldpolitik fortführen soll, darunter die Anleihekäufe im Volumen von monatlich 85 Mrd. Dollar. Seit Dezember 2008 hält die Fed ihren Leitzinssatz bei null, außerdem hat sie ihre Bilanz auf 3,32 Billionen Dollar aufgestockt, um das Wachstum zu fördern und die Arbeitslosigkeit von derzeit 7,5 Prozent zu senken.

Die Banker im Fed-Beratungsausschuss unterstützten im Februar die anhaltende lockere Geldpolitik, auch wenn sie auf Risiken aufmerksam machten. “Wir gehen davon aus, dass die Volkswirtschaft auf dem Weg der Erholung, aber immer noch anfällig ist, und erkennen die hervorragenden Möglichkeiten der Fed zur Informationsbeschaffung und Analyse an”, heißt es im Protokoll vom vierteljährlichen Treffen des Ausschusses.

Zu den Mitgliedern des Federal Advisory Council gehören Joseph Hooley, Chairman und Vorstandschef von State Street Corp. in Boston, James Gorman, Chairman und Vorstandsvorsitzender von Morgan Stanley in New York, Kelly King, Chairman und Vorstandschef von BB&T Corp. in Winston-Salem, North Carolina, und D. Bryan Jordan, Chairman und CEO von First Horizon National Corp. in Memphis, wie der Internetseite der Fed zu entnehmen ist.

Veränderung der Einschätzung

Bloomberg News hat aufgrund der Anfrage die Protokolle von Mai 2011 bis Februar 2013 erhalten. Aus ihnen geht beispielsweise hervor, wie sich die Einschätzung der zwölf Banker von einer Ablehnung neuer Anleihekäufe der Fed im September hin zu einer Unterstützung der Fed-Bestrebungen zur Konjunkturförderung im Februar veränderte.

Auf der Tagung am 14. September 2012 lehnte der Ausschuss die akkommodierende Politik der Fed ab. Die Notenbank hatte auf ihrer Sitzung am 12. und 13. September angekündigt, sie werde zusätzliche Käufe von Hypothekenanleihen im Volumen von 40 Mrd. Dollar monatlich tätigen. “Eine weitere Lockerung ist nicht gerechtfertigt”, erklärten die Ausschussmitglieder damals. Sie warnten vor Verzerrungen bei Anleihekursen aufgrund der Fed- Käufe, einer begrenzten Wirkung auf die Wirtschaft und unsicheren Auswirkungen eines späteren Bilanzabbaus, die auch Risiken für Preise und Finanzstabilität beinhalteten.

Bereits im Dezember 2011 warnten die Ausschussmitglieder, dass die Finanzinstitute ihre Standards bei der Kreditvergabe lockerten. “Die Kombination aus einer flauen Konjunktur, einer gedämpften Kreditnachfrage, sehr niedrigen Zinsen, reichlich vorhandenem Bankkapital und Liquidität, geringeren Provisionseinnahmen und drastisch gestiegenen Kosten für Aufsicht und Compliance hat bei einigen aggressiveren Banken die Risikotoleranz erhöht”, so die Einschätzung des Ausschusses.

“Eine aggressive Preisgestaltung und ein ausgeweitetes Konsortialgeschäft mit längeren Fristen und schwächeren Transaktionsstrukturen dürften weiter anhalten und sogar noch schlimmer werden”, heißt es weiter. “Diese zunehmenden Risiken, einschließlich fehlender Übereinstimmung von Zinsrisiken, werden schließlich zu höheren Kreditverlusten führen.”

Im Februar 2013 bezeichnete der Ausschuss die Bewertungen von Agrarland als Preisblase, die durch die ungewöhnlich niedrigen Zinsen verursacht werde. “Die Preise für Ackerland bewegen sich weiter von vernünftigen Werten weg”, geht aus dem Protokoll vom 8. Februar hervor. “Die Ausschussmitglieder sind der Auffassung, dass der Anstieg der Preise für landwirtschaftlich genutztes Land eine Preisblase darstellt, verursacht durch die anhaltend niedrigen Zinsen.”

Daten der regionalen Fed-Banken belegen einen raschen Anstieg der Preise für Agrarland, vor allem im sogenannten “Mais-Gürtel” im Mittleren Westen der USA. Die Kansas City Fed berichtet, dass bewässertes Ackerland in ihrem Gebiet während des Jahres 2012 um 30 Prozent im Preis gestiegen sei, während die Chicago Fed einen Anstieg von 16 Prozent anführt.

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen