Moody's warnt EU: Staaten-Rettung wird immer teurer

Moody's warnt EU: Staaten-Rettung wird immer teurer

Die Europäische Union bekommt die Schuldenkrise nun auch als Kreditnehmer zu spüren: Die amerikanische Ratingagentur Moody's verpasst ihr einen Warnschuss und droht der Staatengemeinschaft mit dem Entzug der Bonitäts-Bestnote.

Die Prognose für die weitere Entwicklung der Kreditwürdigkeit der EU habe sich von stabil auf negativ verschlechtert, erklärten die Experten in der Nacht zum Dienstag. Damit bleibt die Note Aaa als Ausweis höchster Zuverlässigkeit bei der Rückzahlung von Schulden vorerst erhalten. In den kommenden Monaten kann sich dies aber ändern.

Die EU-Kommission begibt nur wenig Anleihen, tat dies aber unter anderem für den Rettungsfonds EFSM - einen Vorgänger des derzeit laufenden EFSF, mit dem Teile des Hilfsprogramms für Portugal und Irland finanziert wurden. Dennoch dürfte die Entscheidung den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, noch einmal als Retter in der Not einzuspringen und die Euro-Zone mit einem Sonderprogramm zu stützen. Die obersten Währungshüter beraten am Donnerstag, wie weit sie dabei gehen wollen. Die Pläne von EZB-Chef Mario Draghi, weitere Staatsanleihen aus Krisenstaaten aufzukaufen und damit die Regierungen in Madrid oder Rom zu entlasten, stoßen jedoch auf Widerstand von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Moody's begründete die wachsende Skepsis über die EU-Bonität mit der Entwicklung von großen EU-Mitgliedern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Im Juli hatte die Agentur vor einer Überlastung durch die Krisenhilfe gewarnt und den Staaten gleichfalls einen negativen Ausblick für die Bonität bescheinigt. Die vier Mitglieder kämen für 45 Prozent des Haushalts der Union auf, erklärten die Experten nun. Damit sei die Kreditwürdigkeit der Gemeinschaft in hohem Maße von der Bonität dieser Länder abhängig.

Die Ratingagentur kündigte zudem an, aus demselben Grund auch die Kreditwürdigkeit mehrerer europäischer Förderinstitute wie der Europäischen Investitionsbank (EIB) oder der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) zu überprüfen, die ihrerseits von EU-Mitgliedern getragen werden. Die Experten deuteten aber bereits an, dass hier das Ergebnis anders ausfallen kann: Bei der Bewertung sei zu berücksichtigen, dass der Einfluss der großen Staaten dank der Kapitalbasis und Vermögensreserven der Institute anders zu bewerten sei als im Falle der EU.

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