Keine iBonds für Warren Buffetts Berkshire Hathaway

Keine iBonds für Warren Buffetts Berkshire Hathaway

Warren Buffett investiert derzeit nicht in Unternehmensanleihen, auch nicht bei der Rekordemssion rund um die iBonds des US-Technologiekonzerns Apple. Die Renditen seien zu niedrig, führt der Milliardär und Vorstandsvorsitzende von Berkshire Hathaway an.

“Wir kaufen derzeit keine Unternehmensanleihen irgendwelcher Art”, erklärte der 82-jährige Buffett in einem Interview mit Bloomberg Television in Omaha, Nebraska, wo seine Investment-Holding ihre Hauptversammlung veranstaltete. “Nicht zu den Renditen.”
Berkshire hielt etwa zum 31. März Unternehmensanleihen im Volumen von 12,2 Milliarden Dollar, wie aus einer vierteljährlichen Meldung hervorgeht. Das ist 14 Prozent niedriger als zwei Jahre zuvor.

Der Wert des Aktien-Portfolios von Berkshire ist in den zwei Jahren bis 31. März indes um 54 Prozent auf 97,2 Milliarden Dollar geklettert, nachdem die Märkte eine Rally erlebten und Buffett Aktien von International Business Machines kaufte.

Renditen auf Rekordtief gesunken

Die Renditen von festverzinslichen Papieren von Unternehmensanleihen bis Treasuries sind abgerutscht, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen gesenkt und Anleihen erworben hat, um die Wirtschaft nach der Rezession wieder anzukurbeln. Die Ausschüttungsquote bei auf Dollar lautenden Unternehmensanleihen ist am 2. Mai auf ein Rekordtief von 3,35 Prozent gesunken, wie aus dem Bank of America Merrill Lynch U.S. Corporate & High Yield Index hervorgeht. In den vergangenen zehn Jahren lagen die Renditen im Schnitt bei 5,87 Prozent.

Der iPhone-Hersteller Apple brachte in der bisher größten Unternehmensanleiheemission am 30. April Bonds im Volumen von 17 Milliarden Dollar an den Markt. Buffett, der in der Vergangenheit gesagt hat, dass er nur in begrenztem Umfang in Technologiewerte investiert, weil er sie nicht verstehe, erklärte, die Entscheidung, sich von der Apple-Emission fernzuhalten, sei Teil einer größeren Strategie gewesen.

“Wir kaufen keine Apple-Bonds - wir kaufen keine Bonds von irgendjemandem”, erläuterte Buffett am 4. Mai. “Das hat nichts damit zu tun, dass sie eine Technologiegesellschaft sind. Die Renditen sind zu niedrig.”

Die Bondemission von Apple umfasste auch ein mit einem Prozent verzinstes, fünfjähriges Papier im Volumen von 4 Milliarden Dollar, das einen Renditeaufschlag von 40 Basispunkten gegenüber Treasuries gleicher Laufzeit aufwies, des weiteren mit 2,4 Prozent verzinste, 10-jährige Papiere im Volumen von 5,5 Milliarden Dollar, die auf eine Risikoprämie von 75 Basispunkten kamen, sowie 30-jährige Bonds mit einem Risikoaufschlag von 100 Punkten.

Seit der Finanzkrise von 2008, als der Standard & Poor’s 500 Index in einem Jahr um etwa 38 Prozent absackte, haben die Anleger auf Bonds gesetzt. Unternehmensanleihen und Kommunalanleihen waren Anfang 2009 “lächerlich billig im Vergleich zu US-Treasuries”, schrieb Buffett im Februar in einem jährlichen Brief an die Investoren. “Große Chancen bieten sich selten. Wenn es Gold regnet, sollte man nach einem Eimer greifen und nicht nach einem Fingerhut.”

Lukrativer Ketchup-Deal

Buffett wird eine Dividende von neun Prozent auf einen Anteil von acht Milliarden Dollar bekommen, den Berkshire im Rahmen einer Vereinbarung von Februar mit 3G Capital erhalten wird, den Ketchup-Hersteller HJ Heinz Co. von der Börse zu nehmen. Heinz wird von Standard and Poor’s mit “BBB+” bewertet, die achthöchste von zehn Stufen der Kategorie Investmentgrade. Apple hat eine Bonitätsnote von “AA+”, die zweithöchste.

Berkshire hat bei Spekulationen auf bonitätsmäßig niedriger eingestufte Unternehmensanleihen gelitten. Der Abschreibungsaufwand belief sich im ersten Quartal auf 85 Millionen Dollar, verglichen mit 337 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, teilte Berkshire in der vergangenen Woche mit. Die Verluste in beiden Zeiträumen standen im Zusammenhang mit Bonds von Texas Competitive Electric Holdings.

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