Japan belastet mit seiner Geldpolitik Euro-Rettung

Japan belastet mit seiner Geldpolitik Euro-Rettung

Die ultralockere Geldpolitik Japans hat nach Ansicht von Volkswirten auch Auswirkungen auf die Bekämpfung der Schuldenkrise im Euro-Raum. Neben der Exportbranche hat die japanische Notenbankpolitik auch Auswirkungen auf den Rentenmarkt.

"Der Euro hat bereits gegenüber dem Yen aufgewertet - wenn sich dies fortsetzt und die EZB eine Normalisierung der Geldpolitik einleiten würde, gefiele das den Problemländern der Euro-Zone ganz und gar nicht", sagte LBBW-Volkswirt Gernot Griebling am Dienstag in Frankfurt. "Eine weitere Aufwertung des Euro würde die Bemühungen zur Eindämmung der Krise konterkarieren."

Seit der spätere Ministerpräsident Japans Shinzo Abe Mitte November seine Strategie für eine aggressivere Geldpolitik vorgestellt hat, legte der Euro zum Yen um über 30 Prozent zu und notiert aktuell mit 131,69 Yen auf dem höchsten Stand seit Anfang 2010.

Die Yen-Abwertung bekommen bereits exportorientierte Unternehmen wie beispielsweise deutsche Auto- und Maschinenbauer zu spüren, da japanische Konkurrenten ihre Produkte im Ausland preiswerter verkaufen können.

Auswirkungen auch auf den Rentenmarkt

Die Notenbankpolitik in Japan hat aber nach Ansicht von Volkswirten des Verbandes öffentlicher Banken in Deutschland (VÖB) auch Auswirkungen auf den Rentenmarkt: So könnten für japanische Investoren auch Staatsanleihen aus dem Euro-Raum, beispielsweise aus Frankreich, immer attraktiver werden, weil das billige Geld irgendwo angelegt werden müsse, schätzt etwa Griebling.

Damit könnte sich auch der von den Volkswirten beklagte Anlagenotstand im Euro-Raum weiter verschärfen, weil die hohe Nachfrage nach Staatsbonds die Renditen drückt. Die Experten halten es für möglich, dass aus Japan bis zu 700 Milliarden Dollar im Euro-Raum investiert werden könnte.

Zweifel über Erfolg

Die Volkswirte bezweifeln indes, dass die Bank of Japan langfristig Erfolg damit haben wird, die Deflation im eigenen Land zu beenden und den Kurs des Yen zu schwächen. "Die Sparquote in Japan hat gelitten und das Land wird stärker auf ausländische Investoren angewiesen sein, was auf kurz oder lang zu Problemen führen wird", sagte Thomas Meißner von der DZ Bank.

Die Liquidität durch das Programm der BOJ werde zudem nicht an die Realwirtschaft weitergegeben sondern bleibe bei den Banken des Landes. "Die Kreditvergabe stagniert." Japan gehe diesen Weg trotzdem, weil es politisch gewollt sei und die Regierung Strukturreformen scheue.

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