"Japan entkommt der Deflation"

"Japan entkommt der Deflation"

Da gleichzeitig die Arbeitslosigkeit in Japan auf den tiefsten Stand seit 2008 fiel, Industrieproduktion und Löhne deutlich zulegten, steigen die Chancen für ein Ende des seit fast 15 Jahren währenden Preisverfalls.

"Japan entkommt der Deflation", sagte Wirtschaftsminister Akira Amarai am Freitag in Tokio. Ökonomen sind nicht so optimistisch.

Die jährliche Inflationsrate stieg - ohne Berücksichtigung von Nahrungsmittelpreisen - auf 0,7 Prozent. Einen höheren Wert gab es zuletzt im November 2008 mit 1,0 Prozent. Die Notenbank strebt innerhalb von zwei Jahren eine Teuerungsrate von zwei Prozent an. Ökonomen warnten trotz der positiven Entwicklung vor Euphorie. "Der Anstieg der Verbraucherpreise geht vor allem auf teurere Energie zurück", sagte Shuji Tonouchi von Mitsubishi UFG Morgan Stanley Securities. Dazu hat die Abwertung des Yen beigetragen, wodurch Importe von Rohstoffen wie Öl teurer werden. "Doch der Aufwärtsdruck bei den Energiepreisen dürfte in den kommenden Monaten nachlassen", sagte der Experte.

Um der Deflation eine Ende zu bereiten, halten Ökonomen einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung für notwendig. Die jüngsten Daten lassen auf eine robuste Konjunkturbelebung hoffen. Die Industrieproduktion legte im Juli um 3,2 Prozent zu. Damit wurde der Einbruch des Vormonats von 3,1 Prozent mehr als wettgemacht. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings einen noch stärkeren Anstieg von 3,7 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal war Japans Wirtschaft mit einer Jahresrate von 2,6 Prozent ähnlich stark gewachsen wie die in Deutschland und den USA.

Durch die Erholung fiel die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit Oktober 2008. Saisonbereinigt betrug sie im Juli 3,8 (Juni: 3,9) Prozent. Die Löhne wuchsen um 1,3 Prozent und damit den fünften Monat in Folge. Die Commerzbank zweifelt aber an der Nachhaltigkeit dieser Entwicklung. "Der kurzfristige Konjunkturaufschwung dürfte nicht lange anhalten, wenn die geld- und fiskalpolitischen Impulse nicht von Strukturreformen begleitet werden", sagte Ökonom Marco Wagner. "Durch die restriktiven Arbeitsmarktgesetze ist es Unternehmen so gut wie unmöglich, reguläre Arbeiter zu entlassen. Diese verbleiben im Unternehmen und können eine steigende Produktion leicht ausgleichen, ohne dass dadurch maßgeblich Lohndruck nach oben entsteht."

"Abenomics" hilft

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt kämpft seit Jahren gegen die Deflation - also einen Preisrückgang auf breiter Front. Fallen die Preise erst einmal, setzen Verbraucher darauf, dass Waren und Dienstleistungen immer günstiger werden und halten sich mit Ausgaben zurück. Die Firmen bleiben auf ihren Produkten sitzen, verlieren Umsatz und müssen Mitarbeiter entlassen, was den Konsum weiter drückt. Ministerpräsident Shinzo Abe will die Deflation mit seiner Wirtschaftspolitik ("Abenomics") beenden und setzt auf eine lockere Geldpolitik, bei der die Notenbank Milliarden in die Wirtschaft pumpt.

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen