Italien – "Patriotenanleihen" für Kleinanleger schlagen ein

Insgesamt hat Italien mehr als 17 Milliarden Euro mit den für Kleinanleger zugeschnittenen "Patriotenanleihen" aufgenommen, wie die italienische Schuldenagentur am Dienstag in Rom mitteilte.

Italien – "Patriotenanleihen" für Kleinanleger schlagen ein

Am zweiten Tag der Auktion seien nochmals 8,07 Milliarden Euro am Markt platziert worden, nach 8,97 Milliarden Euro am ersten Tag. Die Papiere haben eine Laufzeit von vier Jahren, einen Mindestzinscoupon von 2,25 Prozent und sind inflationsgeschützt.

Die Auktion wurde wegen der großen Nachfrage vorzeitig beendet. Ursprünglich sollte sie bis Donnerstag gehen. Das Ergebnis lag nur knapp unter dem Rekordwert vom Oktober, als 18 Milliarden Euro eingenommen wurden - allerdings über vier Tage. Die Papiere werden als Patriotenanleihen bezeichnet, da der italienische Staat im vergangenen Jahr in der Krise an den Patriotismus der italienischen Familien appelliert hatte. Jeder erhält zudem eine Treueprämie, falls er die Anleihen bis zum Ende der Laufzeit hält.

Eine so große Nachfrage erlaube es Italien, die Größe seiner regulären Auktionen zu verringern, sagte Annalisa Piazza, Anleihenexpertin beim Handelshaus Newedge Group in London. Insgesamt hat Italien bisher über 40 Milliarden Euro mit diesem Anleihetyp am Markt aufgenommen. Für dieses Jahr ist einer weitere Auktion dieser Anleihen geplant.

Im vergangenen Jahr sollen auch viele Profi-Investoren zugegriffen haben, das scheint diesmal wieder so zu sein: Die durchschnittliche Ordergröße hat laut Unicredit am ersten Tag bei fast 80.000 Euro gelegen. Die große Nachfrage ist bemerkenswert, da Italien nach dem unklaren Wahlausgang immer noch keine handlungsfähige Regierung hat.