Italien zahlt nach Herabstufung höhere Renditen

Italien zahlt nach Herabstufung höhere Renditen

Italien spürt am Kapitalmarkt nach der jüngsten Herabstufung seiner Bonität leichten Gegenwind. Das klamme Land teilte am Mittwoch 15-jährige Schuldtitel im Volumen von zwei Milliarden Euro zu.

Dafür wurde eine Durchschnittsrendite von 4,9 Prozent fällig, die damit über dem im Januar gebotenen Zins von 4,81 Prozent liegt. Zugleich platzierte das Land ein Drei-Jahres-Papier im Volumen von 3,3 Milliarden Euro. Dafür wurde eine Rendite von 2,48 Prozent fällig. Dies war der höchste Zins seit Dezember: Im Februar musste der Mittelmeerstaat lediglich 2,3 Prozent bieten.

Die Nachfrage nach den dreijährigen Papieren überstieg das Angebot um rund das 1,3-Fache und fiel damit etwas niedriger aus als im Februar. Nach der Versteigerung stiegen die Renditen der bereits gehandelten Papiere: Die Zinsen für die richtungsweisenden Zehnjährigen kletterten in der Spitze auf 4,725 Prozent. Der Euro geriet unter Druck und rutschte leicht unter die Marke von 1,30 Dollar. Der Leitindex der Mailänder Börse fiel nach der jüngsten rally auf den tiefsten Stand seit acht Tagen.

Ökonom Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets sprach von einer "etwas enttäuschenden" Auktion. Sowohl die erhöhten Renditen und auch das nicht optimale Emissionsvolumen seien Ausdruck der Vorsicht der Investoren wegen der unklaren Lage nach dem Wahl-Patt in Rom. Die Ratingagentur Fitch hatte ihre Senkung der Bonität Italiens am Freitag neben der schweren Rezession auch mit der politischen Instabilität begründet. Öl ins Feuer goss nun auch der Überraschungssieger der italienischen Parlamentswahl, Beppe Grillo.

Bundesbank gegen Spekulationen

In einem Interview schürte er Zweifel am Verbleib des Landes in der Euro-Zone. "De facto ist Italien doch schon aus dem Euro raus", sagte der Chef der Bewegung "Fünf Sterne" dem "Handelsblatt". Bundesbankchef Jens Weidmann versuchte umgehend die Wogen zu glätten und erklärte, Spekulationen über den Austritt eines Euro-Landes seien nicht sinnvoll. Grillo gilt als Euro-Skeptiker. Seine Bewegung wurde bei der Parlamentswahl die stärkste Einzelpartei und könnte für die Bildung einer Regierung entscheidend sein. Grillo will aber die traditionellen Parteien nicht unterstützen und lehnt auch eine neue Regierung aus Technokraten ab.

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