Irlands Notenbank-Chef: "Wir brauchen mehr Zeit"

Irlands Notenbank-Chef: "Wir brauchen mehr Zeit"

Irlands Notenbankchef Patrick Honohan fürchtet, dass die hohen Bankenaltlasten des hilfebedürftigen Landes die Rückgewinnung von Vertrauen an den Anleihenmärkten bremst. Honohan forderte daher in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag eine erhebliche Streckung der Rückzahlungsfrist für Milliardensummen an die Irische Zentralbank.

"Wir brauchen mehr Zeit", sagte Honohan. Bis Ende März, wenn die nächste Rückzahlung fällig sei, sollte eine Lösung für das Problem gefunden sein. Einem solchen Zahlungsaufschub müsste die Europäische Zentralbank (EZB) zustimmen. Honohan hält es nach eigenen Worten für möglich, dafür eine juristisch "wasserdichte Lösung" zu finden, ohne dass der Notenbank der Vorwurf der monetären Staatsfinanzierung gemacht werden könne.

Hintergrund des irischen Problems ist, dass die Notenbank des Landes eingesprungen war, um dem Staat Kosten der Rettung von Banken des Landes abzunehmen. Es geht um eine Summe von 31 Milliarden Euro. Diese Hilfen muss der Staat nun binnen zehn Jahren zurückzahlen. Die vorgesehene Rückzahlung kommt laut Honohan aber nun zum falschen Zeitpunkt. Das Geld werde mit Sicherheit zurückgezahlt werden, doch brauche der Staat dafür mehr Zeit. "Mit einer solchen Neuregelung wäre die erfolgreiche Sanierung der Staatsfinanzen sehr viel besser abgesichert", warb der Zentralbankchef. So wie der Plan derzeit aber aussehe, erschwere er die Rückgewinnung von Vertrauen an den Märkten.

Irland ist neben Griechenland und Portugal eines der Länder, dem derzeit über den Euro-Rettungsschirm EFSF geholfen wird. Der Zentralbankchef des Landes verwies auf die Forschritte, die bei der Gesundung bereits gelungen seien. Inzwischen begebe die Regierung wieder Anleihen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. "Das ist ein sehr substanzieller Fortschritt, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind", sagte Honohan. Ein Risiko für das sehr exportabhängige Land sei aber, wenn das Wachstum in der Euro-Zone nachlasse. Zudem mache die hohe private Überschuldung im Land weiterhin Sorgen.

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