Irland schafft den Sprung zurück an den Bondmarkt

Erstmals seit der Rettung vor der Staatspleite vor gut zwei Jahren zapfte das mit internationalen Milliardenhilfen gestützte Land den Kapitalmarkt erfolgreich mit einer neuen zehnjährigen Anleihe an.

Irland schafft den Sprung zurück an den Bondmarkt

Fünf Milliarden Euro sammelte die Regierung von Investoren ein, wie Finanzminister Michael Noonan am Mittwoch mitteilte. Geplant gewesen seien ursprünglich lediglich drei Milliarden Euro. Noonan sprach von einem "außerordentlichen Ergebnis". Die Gebote der Anleger lagen bei über zwölf Milliarden Euro. Finanzexperten sprachen deshalb von einer triumphalen Rückkehr des Landes an den Kapitalmarkt. "Das sieht absolut super aus", erklärte ein Banker, der selbst nicht an dem Geschäft beteiligt war.

Die Durchschnittsrendite lag bei 4,15 Prozent. Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise lag der Zins für eine ältere, bis 2020 laufende Staatsanleihe bei mehr als 15 Prozent. Der Zins für die richtungsweisende deutsche Bundesanleihe liegt bei rund 1,5 Prozent.

Erfolgreicher Test

Irland war vor rund zwei Jahren unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft. Die von den internationalen Partnern zugesagten 85 Milliarden Euro an Hilfsgeldern retteten das Land vor der Staatspleite. In Kürze will es sich wieder vollständig über den Kapitalmarkt finanzieren. Die Ausgabe der Anleihe gilt deshalb als erfolgreicher Testlauf. Sie erfolgte über die Konsortialbanken Barclays, Danske, Davy, Goldman Sachs, HSBC und Nomura.

Nach dem Auslaufen der Hilfsprogramme in diesem Jahr kann Irland auf Unterstützung hoffen. EU-Kommission und Euro-Hilfsfonds ESM erwägen eine Verlängerung der Fristen für die Rückzahlung der Milliardenkredite. Da Irland parallel dazu auch noch Altschulden bedienen muss, könnte dies den Staat sonst überfordern. Für Irland besteht etwa für 2014 ein Refinanzierungsbedarf von 10,6 Milliarden Euro. Er würde auf 5,6 Milliarden Euro fallen, wenn die Rückzahlung der Hilfskredite nach hinten verschoben werden könnte.

Finanzminister Noonan zufolge ist die Refinanzierung im kommenden Jahr nun zum größten Teil gesichert. Um den Bedarf zu decken, fehlten etwa noch 1,5 Milliarden Euro. "Das versetzt uns in eine sehr starke Position", sagte Noonan.

EZB steht bereit

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist bereit, Irland und den anderen Staaten unter dem Rettungsschirm auf dem Rückweg zum Kapitalmarkt unter die Arme zu greifen - durch Anleihen-Käufe am Sekundärmarkt. EZB-Chef Mario Draghi betonte zuletzt allerdings, dass die Länder aus "eigenem Antrieb" auf den Märkten präsent und bereits mit Emissionen über die verschiedenen Laufzeiten hinweg vertreten sein müssten. Zugleich sollten diese Schuldenstaaten in der Lage sein, eine breite Zahl von Investoren anzusprechen und relevante Geldsummen am Kapitalmarkt zuzuteilen.