Im Rennen um die Bernanke-Nachfolge hat Summers vorerst die Nase vorne

Im Rennen um die Bernanke-Nachfolge hat Summers vorerst die Nase vorne

Einem Bericht des Senders CNBC zufolge ist das Prüfverfahren für Larry Summers als möglicher Bernanke-Nachfolger bereits angelaufen, könnte sich aber noch länger hinziehen. Dagegen hat der Prüfungsprozess für die Rivalin um den Spitzenposten, Fed-Vizechefin Janet Yellen, noch nicht begonnen, obwohl Präsident Barack Obama schon im Herbst über die Personalie entscheiden will, wie am Dienstagabend aus mit der Situation vertrauten Kreisen verlautete.

Da Summers anders als Yellen als enger Vertrauter Obamas gilt, werden ihm beste Chancen auf die Bernanke-Nachfolge eingeräumt. Die frühzeitige Prüfung des Kandidaten könnte ein Fingerzeig sein: "Ich glaube nicht, dass es entscheidend ist. Aber es ist ein Anhaltspunkt", verlautete aus dem Umfeld des US-Präsidialamtes.

Obama entscheidet über die Nachfolge Bernankes, dessen Amtszeit regulär Ende Januar 2014 abläuft. In einem zweiten Schritt muss der Senat der Personalie zustimmen. Diesen Prozess hatte Yellen bereits vor drei Jahren als nominierte Bernanke-Stellvertreterin erfolgreich durchlaufen. Sobald der Präsident Kandidaten in die engere Auswahl genommen hat, müssen sie sich jedoch zunächst einem Routinecheck der Bundespolizei FBI unterziehen. Diese überprüft Informationen und durchleuchtet den Hintergrund des Bewerbers.

Kritiker werfen Summers eine zu große Nähe zur Wall Street vor, da er unter anderem für die Großbank Citigroup und einen Hedgefonds tätig war. Da die Federal Reserve (Fed) den Geldhäusern als Aufseherin streng auf die Finger sehen soll, halten Gegner Summers als Bernanke-Nachfolger für denkbar ungeeignet. Seine Anhänger sehen den in der Finanzbranche erworbenen Erfahrungsschatz hingegen als vorteilhaft für die Aufgabe an der Spitze der mächtigen Fed.

Dass das Prüfverfahren für Summers länger dauern könnte, dürfte auch mit seinem Reichtum zu tun haben. Nach den jüngst veröffentlichten Steuerangaben aus dem Jahr 2010 verfügt der Top-Ökonom über ein Vermögen, das auf 7,2 bis 24,5 Millionen Dollar taxiert wird. Seine Konkurrentin Yellen bringt es hingegen auf 3,8 bis 11,1 Millionen Dollar - darunter eine Briefmarkensammlung im Wert von bis zu 50.000 Dollar.

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