Gazprom plant Bondemission in Schweizer Franken

Gazprom plant Bondemission in Schweizer Franken

Wie Bloomberg News von einer Person erfuhr, die mit den Vorgängen vertraut ist, wurden BNP Paribas SA, OAO Gazprombank und die UBS AG mandatiert, um in der Schweiz das Interesse potenzieller Investoren an einer Gazprom-Anleihe zu sondieren. Die Gespräche beginnen am 14. Oktober.

Die Schweizer Privatbanken verfügen nach Angaben von Commerzbank AG und Union Investment Privatfonds über bereitstehende Mittel für große russische Unternehmen, die eine Finanzierungs-Option suchen. Zuletzt haben die beiden größten russischen Banken VTB Group und OAO Sberbank den Franken- Kapitalmarkt angezapft.

Gazprom hat zuletzt seine Finanzierungen vom Dollar weg in andere Währungen diversifiziert und im September eine Pfund- Anleihe an den Markt gebracht.

“Gazprom war dieses Jahr in den meisten großen Währungen ziemlich aktiv”, kommentierte Apostolos Bantis, Kredit-Analyst bei der Commerzbank in London per E-Mail. “Sie zielen jetzt darauf ab, ihre Liquiditätsquellen zu diversifizieren, denn sie wollen ihre Präsenz bei den Dollar- und Euro-basierten Investoren nicht zu sehr ausreizen.”

Die Rendite der Franken-Anleihe der Sberbank mit Fälligkeit Februar 2017 ist im Oktober um vier Basispunkte gesunken auf 1,79 Prozent. Die Kreditwürdigkeit der Bank wird mit “Baa1” benotet, das ist die drittniedrigste Investmentgrade-Stufe. Auf derselben Stufe bewertet Moody’s Investors Service auch Gazprom und den russischen Staat.

“Der Franken-Markt stellt für russische Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung, wie Gazprom, eine alternative Quelle für Liquidität dar”, schrieb Bantis. “Die Nachfrage kommt meistens von Schweizer Privatbanken, deren osteuropäische Klientel ein Interesse an russischen Adressen hat.”

Gazprom hatte 2009 eine zweijährige Anleihe im Volumen von 500 Mio. Franken aufgelegt. In diesem Jahr beläuft sich das Emissionsvolumen bislang auf 8,4 Mrd. Dollar, darunter 2,4 Mrd. Euro, 500 Mio. Pfund und 30 Mrd. Rubel, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die Nettoverschuldung von Gazprom lag nach Bloomberg- Daten zum Ende des ersten Quartals beim 0,5-fachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierung.

Die Ausgaben des Gaskonzerns dürften nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax vom 5. Oktober im kommenden Jahr um 46 Prozent steigen auf 1,03 Billionen Rubel. Gazprom baut die 16 Mrd. Euro teure South-Stream-Pipeline nach Europa. Zudem werden Gasfelder entwickelt und Anlagen im fernen Osten Russlands geplant, um mit einer Verbindung nach China in Asien zu expandieren, auch mit Flüssiggas für Länder, die außerhalb der Reichweite der Pipelines liegen.

Mit der Franken-Anleihe liebäugelt Gazprom möglicherweise auch, weil die Europäische Union untersucht, ob der russische Gasexporteur seine Marktmacht missbraucht hat, um in Mittel- und Osteuropa unfaire Preise zu verlangen und den Gashandel zwischen Ländern zu verhindern, wie der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia, am 3. Oktober sagte. Die Schweiz gehört nicht zur Europäischen Union.

“Die Nachrichtenlage ist einer Eurobond-Roadshow in Europa nicht förderlich”, kommentierte Tatiana Dneprovskaya, Analystin bei UralSib Capital in Moskau.

Nach Einschätzung von Sergey Dergachev, Leitender Vermögensverwalter bei Union Investment in Frankfurt, würde Gazprom von einer breiter aufgestellten Investorenbasis profitieren, und die Nachfrage nach den Papieren wäre hoch. Zudem sei es “ziemlich billig” für das Unternehmen, Anleihen in Franken aufzulegen, da die Währung “relativ stabil” sei und die Renditen “extrem niedrig.” Das Risiko, nicht in Franken an den Markt kommen zu können, “ist praktisch bei null”, so Dergachev.

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