Finanzrepression – Sparer verlieren Hunderte Milliarden pro Jahr

Finanzrepression – Sparer verlieren Hunderte Milliarden pro Jahr

23 Länder sind derzeit von negativen Realzinsen betroffen. Alleine deutsche Sparer verlieren dadurch pro Jahr 14,3 Milliarden Euro.

Das geht nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" aus Berechnungen der Frankfurter Dekabank und des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor.

Die negativen Realzinsen haben demnach ihre Ursache unter anderem in der Niedrigzinspolitik der Notenbanken seit der Finanzkrise und im Zuge der Euro-Rettung. Zugleich ströme viel Anlegergeld in diejenigen Staaten der Welt, die als sicher gelten. Das lasse die Zinsen für Geldanlagen dort zusätzlich sinken. 23 Länder seien derzeit von negativen Realzinsen betroffen, berichtet das IW unter Berufung auf die Statistik der Weltbank.

Für Deutschland veranschlagt die Dekabank laut "FAS" die Einbußen der Sparer durch negative Realzinsen allein bei Tagesgeld, Girokonten und Ersparnissen, die in bar gehalten werden, auf rund 14,3 Milliarden Euro im Jahr. Das entspreche 0,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, sagte Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater dem Blatt zufolge.

Historische Beispiele

Über "financial repression" haben in den 40er Jahren zum Beispiel die USA ihre durch den Zweiten Weltkrieg angehäuften Schulden abgebaut. In einem von hoher Inflation getriebenen Umfeld hatten sie Zinsobergrenzen von 2,5 Prozent auf lang laufende Staatsanleihen und Bankeinlagen festgelegt. Für die US-Sparer war das eine enorme Belastung, das Staatsdefizit konnte aber effektiv abgetragen werden.

Gold-Experte Ronald Stöferle äußert jedenfalls seine Skepsis bezüglich dem Funktionieren einer Finanzrepression: "Viele glauben, weil es in der Nachkriegszeit gut funktioniert hat, würde es heute auch funktionieren. Aber damals hatten wir reales Wachstum und ein "twin-deleveraging", also die Entschudlung des privaten und des öffentlichen Sektors, hat es – anders als heute – nicht gegeben. Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass das heute funktionieren würde."

Allerdings trifft die Finanzrepression oder auch "Sparbuchsteuer zur Krisenbewältigung" genannt, derzeit den Mittelstand deutlich stärker als wirklich Reiche.

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