Fed kauft weitere Anleihen - Nullzins bis 2015

Fed kauft weitere Anleihen - Nullzins bis 2015

Die US-Notenbank geht im Kampf um mehr Arbeitsplätze und ein Ende der zähen Wirtschaftskrise vor der Präsidentschaftswahl in die kontrollierte Offensive.

So sollen unter anderem pro Monat für 40 Milliarden Dollar Immobilienpapiere gekauft werden, um den schwächelnden Häusermarkt zu stärken, teilte die Federal Reserve am Donnerstag nach einer an den Finanzmärkten mit Spannung erwarteten Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mit. Zudem wollen die Notenbanker ihren bei faktisch null Prozent liegenden Leitzins bis Mitte 2015 nicht erhöhen.

Das große Geschütz, weitere massive Staatsanleihenkäufe, sparten sich die Zentralbanker um Ben Bernanke zur Enttäuschung vieler Investoren aber auf - schließlich droht zum Jahreswechsel die nächste finanzpolitische Klippe, sollte sich der Kongress bis dahin nicht auf die Verlängerung von in der Krise gewährten Steuererleichterungen für viele US-Amerikaner einigen. Die Wall Street baute nach der Zinsentscheidung ihre Gewinne leicht aus. Der Dollar gab zu Euro und zum Yen nach. US-Staatsanleihen drehten ins Minus.

Fed-Chef Ben Bernanke wird die Gründe für den Beschluss ab 20.15 Uhr (MESZ) vor der Presse erläutern. Im Begleitkommentar zum Zinsbeschluss heißt es vorab, die Notenbanker seien besorgt, dass das Wachstum in den USA ohne eine weitere Konjunkturspritze doch nicht stark genug werden könnte, um für eine anhaltende Besserung am Arbeitsmarkt zu sorgen. Daher sollen die Käufe solange fortgesetzt werden, bis sich die Perspektiven am Jobmarkt "substanziell aufhellen". Die Arbeitslosenquote liegt mit 8,1 Prozent für US-Verhältnisse nach wie vor deutlich über dem langjährigen Schnitt. Der Beschluss der Fed-Gouverneure fiel mit nur einer Gegenstimme.

Die Fed hat in den vergangenen Jahren für rund 2,3 Billionen Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere in ihre Bilanz genommen. Sie will mit dem frisch gedruckten Geld die Wirtschaft und das Finanzsystem befeuern, damit Arbeitsplätze entstehen und sich die Krise auf dem Häusermarkt abmildert. Bis dato waren die Bemühungen Bernankes aber nur von mäßigen Erfolg gekrönt, weshalb viele Fachleute dieses Mal auf eine dritte Runde von Anleihekäufen (QE3) gesetzt hatten.

Bernanke muss jedoch aufpassen, dass er im Wahljahr nicht zwischen die Fronten gerät. Selbst Republikaner, muss er im Falle eines Wahlsiegs seiner Partei nämlich damit rechnen, dass er wegen seiner ultraexpansiven Geldpolitik 2014 keine dritte Amtszeit bekommt. Analysten zeigten sich dennoch enttäuscht, dass Bernanke die hohen Erwartungen der Finanzmärkte dieses Mal nicht ganz erfüllte.

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