EZB hält still, wird aber die Konjunkturprognose senken

EZB hält still, wird aber die Konjunkturprognose senken

Die Konjunkturaussichten im Euroraum sind trüb. Trotzdem wird die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag nach Überzeugung der meisten Experten keine neuen Mittel ergreifen, um die Wirtschaft zu stimulieren.

Der Leitzins wird nach Einschätzung fast aller Volkswirte auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent verharren - obwohl der Konjunkturpessimismus der Notenbank erneut gestiegen sein dürfte.

Auch weitere unkonventionelle Maßnahmen dürften nach der Ankündigung des Anleihekaufprogramms (OMT) nicht beschlossen werden. Notenbankpräsident Mario Draghi hatte klargemacht, dass nun die Regierungen der Krisenländer handeln müssten. Die EZB habe ihre Hausaufgaben vorerst erledigt. Das Programm zum notfalls unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen finanzschwache Euroländer hat die Risikoaufschläge deutlich gesenkt - ohne dass die EZB ein Staatspapier gekauft hat.

Die Berenberg Bank sieht die Währungshüter im Dilemma: Einerseits steckt die Wirtschaft der Eurozone in der Rezession, die Inflation ist auf dem Rückzug und die Arbeitslosigkeit hat dramatische Ausmaße angenommen. Das spreche für eine weitere Lockerung der Geldpolitik.

Andererseits sei der Widerstand dagegen etwa in Deutschland groß, sagte Berenberg-Ökonom Christian Schulz: "Der Anstieg der Immobilienpreise in deutschen Städten ... weckt Inflationsängste." Niedrigzinsen können mit der Zeit zu Übertreibungen bei Vermögenspreisen führen, Sparanreize schwächen und eine übermäßige Kreditaufnahme fördern.

Während der Preisdruck derzeit allerdings nachlässt, werden die Vorhersagen der Notenbank für das Wirtschaftswachstum mit Spannung erwartet. Vor drei Monaten hatten die Experten für 2013 noch einen Mittelwert für das erwartete Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent prognostiziert. Die Postbank erwartet, dass der Wert leicht in den negativen Bereich abgesenkt wird.

Erstmals gibt es auch Prognosen für 2014. Draghi hatte prophezeit, dass die Erholung der Eurozone langsam, allmählich und solide erfolgen werde. Volkswirte der Bank UniCredit erwarten eine BIP-Prognose von knapp über einem Prozent für 2014. Keine großen Änderungen erwarten die Experten bei der Inflationsprognose. Hier lag der erwartete Mittelwert für 2013 zuletzt bei 1,9 Prozent.

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