EZB verlängert die "Junk"-Party

EZB verlängert die "Junk"-Party

Schub für die bonitätsschwachen aber renditestarken Papiere kommt von der Einschätzung, dass ein Auseinanderbrechen der Eurozone weniger wahrscheinlich geworden ist, dank des Einsatzes der EZB.

Für November kommen in Euro denominierte Hochzinsanleihen auf einen Ertrag von 0,68 Prozent, wie aus dem Bank of America Merrill Lynch Index hervorgeht. Dabei verzeichneten Junkbonds mit den höchsten Bonitätsnoten im November die beste Entwicklung, wie Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch zeigen. Spitzenreiter in dem Monat war Barclays Plc, die zweitgrößte britische Bank, mit einem Plus von 4,9 Prozent, gefolgt von der französischen Sparkasse BPCE SA, mit 3,8 Prozent Ertrag.

Der 23-Prozent-Anstieg im Euro High Yield Constrained Index, der 416 Wertpapiere umfasst, übertrifft auch die globale Entwicklung der Junkbonds mit einem Plus von 15,4 Prozent.

Die Europäische Zentralbank hat die Junkbond-Rally in der Region gestützt, indem sie den Banken unbegrenzte Kredite zur Verfügung stellte und angekündigt hat, die Anleihen schuldenbeladener Euroländer zu kaufen.

Aussicht auf Rezession

Auf der anderen Seite des Atlantiks verliert der Markt für Ramschanleihen an Attraktivität, weil die Aussicht auf eine Rezession zunimmt, wenn am 1. Januar Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von 600 Mrd. Euro in Kraft treten sollten. Daher verlangen Investoren höhere Zinsen von den bonitätsschwachen Emittenten. Bislang kommen US-Junkbonds für dieses Jahr auf einen Ertrag von 12,6 Prozent.

In Europa haben Unternehmen dieses Jahr Hochzinsanleihen im Volumen von 65,5 Mrd. Dollar an den Markt gebracht, das lag unter dem Vorjahresrekord von 80,8 Mrd. Dollar. Im November lag das Emissionsvolumen bei 3,2 Mrd. Dollar, nach 6,7 Mrd. Dollar im Oktober.

Der Risikoaufschlag der europäischen Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen ist von 1068 Basispunkten Ende 2011 auf 642 Basispunkte zurückgegangen. Das zeigen Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch.

Gefallene Engel der Peripherieländer

Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone schafft günstige Gelegenheiten in Peripherieländern wie Spanien und Italien, wo Herabstufungen der Bonität die Renditen von großen Emittenten hochgetrieben haben, wie Tatjana Greil Castro, Portfoliomanagerin bei Muzinich & Co. in London, sagt. “Europa ist immer noch preisgünstiger als die USA, die Qualität des Indexes ist viel besser und die Ausfallraten sind fast gleich”, fügt sie an.

Greil Castro favorisiert den portugiesischen Versorger EDP- Energias de Portugal SA, der von den Ratingagenturen Moody’s Investors Service und Standard & Poor’s im letzten Jahr auf “Ramsch” heruntergestuft wurde. EDP-Anleihen haben im November 0,33 Prozent eingebracht.

Die Mehrheit dieser so genannten gefallenen Engel, die von Investment Grade zu Junk wurden, sitzt laut S&P in Europa, und zwar 22 von 37 weltweit. Die Hälfte der europäischen gefallenen Engel sind Banken.

“In Europa gibt es immer noch Spielraum für eine bessere Entwicklung und es gibt immer noch Nachfrage”, sagt Hans Stoter, Leiter Hochzinsanlagen bei ING Investment Management Co. in Den Haag. “Und schließlich muss man sein Geld irgendwo anlegen.”

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