EZB wird morgen unbegrenzte Bondkäufe beschließen

EZB wird morgen unbegrenzte Bondkäufe beschließen

Die Käufe sollen neutralisiert werden, um Befürchtungen zu zerstreuen, die EZB drucke Geld, hieß es weiter.

Im Rahmen des Plans unter dem voraussichtlichen Titel “Monetary Outright Transactions” würde die EZB keine öffentliche Renditeobergrenze festlegen, berichten die zwei informierten Personen sowie ein dritter Notenbankvertreter, die ihren Namen alle nicht genannt haben wollten. Der Plan werde sich nur auf Staatsanleihen und nicht auf eine breitere Palette von Wertpapieren konzentrieren und kurzfristige Laufzeiten von bis zu ungefähr drei Jahren als Ziel haben, berichten zwei der drei Personen.

Ein EZB-Sprecher verwies auf eine Erklärung der Notenbank vom 20. August, in der es hieß, es sei irreführend, über Entscheidungen zu sprechen, die noch nicht getroffen worden seien.

Draghi erklärte in dieser Woche dem Europäischen Parlament, die EZB müsse an den Anleihemärkten intervenieren, um die Kontrolle über die Zinsen in der fragmentierten Wirtschaft der Eurozone wieder zu erlangen und das Überleben der Gemeinschaftswährung zu sichern. Die Währungshüter der EZB werden heute mit ihren Beratungen zu dem Bondkaufplan beginnen, dessen Details Draghi am morgigen Donnerstag bekanntgeben wird.

Widerstand wohl nur von der Bundesbank

Es sei wahrscheinlich, dass der Plan angenommen werde, berichten die informierten Personen. Widerstand dürfte nur von der Bundesbank kommen. Gleichzeitig bleibe das Verhältnis zwischen Draghi und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann entspannt und die beiden seien nur uneins, ob die dem Bondkaufplan innewohnenden Risiken tatsächlich einträten, hieß es.

Neutralisiert werden sollen die Anleihekäufe, indem die EZB an anderen Stellen des Systems genau so viel Geld abzieht, wie sie für die Käufe aufwendet. Damit stellt sie sicher, dass das Programm keine Auswirkungen auf die Geldmenge hat. Bisher neutralisiert die EZB die Auswirkungen ihres aktuell ruhenden Anleihekaufprogramms, indem sie den Banken 7-tägige Einlagen anbietet, die derzeit eine Rendite von 0,01 Prozent haben.

Die EZB rechne zwar nicht damit, große Summen für die Käufe aufwenden zu müssen, aber Draghis Plan sehe keine Begrenzung vor, berichteten zwei der informierten Personen. Die EZB werde auch keinen Vorrang bei den von ihr erworbenen Anleihen genießen, führten sie aus. Es würden keine öffentlichen Ziele oder Spannen für Renditeaufschläge ausgegeben. Zwei der unterrichteten Personen erklärten, auch intern werde man keine Ziele festlegen, die Interventionen würden nach Ermessen erfolgen.

Programm soll Bedingungen unterworfen sein

Draghi werde am Donnerstag betonen, dass das Programm Bedingungen unterworfen ist, berichten zwei der Personen. Sollte ein Land diese nicht mehr erfüllen, in die es beim Antrag auf Gelder aus dem europäischen Rettungsfonds eingewilligt habe, werde die EZB Bonds von diesem Land wahrscheinlich nicht mehr ankaufen. Ein Antrag auf Hilfe durch den Rettungsfonds ist eine Vorbedingung für EZB-Käufe. Ein weiterer Vorschlag sieht laut zwei Quellen vor, dass die EZB die bereits gekauften Bonds eines Landes verkauft, wenn das Land die Bedingungen nicht mehr erfüllt.

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