Eurozone: Pleitewelle bei übernommenen Unternehmen droht

Eurozone: Pleitewelle bei übernommenen Unternehmen droht

Mindestens 25 Prozent aller kreditfinanzierten europäischen Unternehmensübernahmen, die über kein Rating verfügen und bis 2015 zur Tilgung anstehen, seien ausfallgefährdet, schrieb Moody’s.

Zur Begründung verwies die Ratingagentur auf den sich eintrübenden Wirtschaftsausblick und die Weigerung von Private-Equity-Investoren, Kapital zuzuschießen.

Eine Auswertung von kreditfinanzierten europäischen Unternehmen habe aufgezeigt, dass 254 Gesellschaften eine kumulierte Verschuldung von 133 Mrd. Euro aufweisen, mit Fälligkeit bis Ende 2015. Mehr als die Hälfte der fälligen Summe sei von 36 Gläubigern geschuldet, hieß es in dem Bericht weiter. “Das Refinanzierungsrisiko ist weiter erheblich und besorgniserregend, angesichts unserer Erwartung einer hartnäckig schwachen Wirtschaftsentwicklung in Zusammenspiel mit der schwachen durchschnittlichen Kreditqualität in diesem Segment”, schrieben Analysten im Team von Chetan Modi in London in dem Bericht. “Wir erwarten nicht, dass Private-Equity-Geldgeber weiter Geld in ihre notleidenden Gesellschaften pumpen und damit in erster Linie deren Gläubigern helfen.”

Sorgen mehren sich, dass Griechenland aus dem Euroraum austritt, damit den seit 13 Jahren bestehenden Währungsraum zertrümmert und das weltweite Wachstum gefährdet. Gleichzeitig drängen die europäischen Gläubiger darauf, dass Griechenland die Bedingungen für die Rettung vor den Wahlen im kommenden Monat einhält.

Der Euro notiert zum Dollar nahe am tiefsten Stand seit Juli 2010. Allein im Mai hat die Gemeinschaftswährung zum Dollar über fünf Prozent nachgegeben. Die Kosten zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle spanischer Anleihen und Schulden spanischer Banken schnellten auf Rekordniveaus, nachdem Moody’s 16 der Banken des Landes herabgestuft hatte.

Ausfallsquoten werden sich verdoppeln

Die Quote von Zahlungsausfällen bei kreditfinanzierten europäischen Gesellschaften könnte sich mehr als verdoppeln, wenn die Unternehmen keinen Zugang zum Markt für Hochzinsanleihen erhalten, heißt es in dem Moody’s-Bericht. Die Ausgabe neuer mit Sicherheiten unterlegter Schuldverschreibungen dürfte sich kaum erholen. Banken seien weniger bereit, gehebelte Kreditfinanzierungen in ihren Büchern zu halten, schrieb Moody’s.

Zwar sei etwa die Hälfte der Unternehmen groß genug, um Anleihen zu begeben, aber der Markt für hochverzinste Schuldtitel werde “relativ klar unterscheiden”, angesichts der Beträge, die es zu refinanzieren gelte, heißt es in dem Bericht. “Die Private-Equity-Gesellschaften haben für diese Unternehmen erstens zu viel bezahlt und zweitens haben sie ihnen dann viel zu viel Schulden aufgeladen”, sagte Neil McDonald, bei der Kanzlei Hogan Lovells International in Hongkong für die Sparte Restrukturierungen und Insolvenzen in Asien zuständig, in einem Interview am Dienstag. “Wir beginnen nun die Folgen zu sehen”, sagte McDonald.

Bloomberg/hahn

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen