Egger bringt Hybridanleihe – dabei ist man schon mit 1000 Euro

Der jährliche Zinssatz für die ersten drei Jahre soll voraussichtlich bei oder um 7,125 Prozent liegen, danach erfolge die Anpassung des Fixzinssatzes für die folgenden vier Jahre und des variablen Zinssatzes ab dem siebenten Jahr gemäß Anleihebedingungen, gab Egger am Freitag bekannt. Das endgültige Emissionsvolumen, der Fixzinssatz sowie der Emissionskurs werden vor Beginn der Zeichnungsfrist festgelegt und veröffentlicht.

Egger bringt Hybridanleihe – dabei ist man schon mit 1000 Euro

Die Egger Holzwerkstoffe Hybridanleihe kann voraussichtlich von 7. bis 10. Oktober 2013 bei österreichischen Kreditinstituten gezeichnet werden (vorzeitige Schließung vorbehalten). Geplant ist eine Notiz im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse. Dabei sind auch Kleinanleger schon mit 1000 Euro. Egger will mit der Hybridanleihe "75 Mio. Euro plus" einnehmen, sagte Unternehmenschef Thomas Leissing am Freitag zur APA. Das genaue Volumen werde knapp vor Eröffnung der Zeichnung in einer Woche bekanntgegeben - gemeinsam mit dem endgültigen Zinssatz. Vorerst sind 7,125 Prozent Verzinsung vorgesehen.

Joint Lead Manager der Transaktion sind die Erste Group Bank AG, die Raiffeisen Bank International AG und die UniCredit Bank Austria AG. Die Hybridanleihe kann voraussichtlich von 7. bis 10. Oktober gezeichnet werden. Geplant sei eine Notiz im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse.

Egger will den Emissionserlös für die allgemeine Unternehmensfinanzierung, zur Optimierung der Finanzstruktur sowie zur Stärkung der Eigenkapitalbasis verwenden, heißt es. Der Holzverarbeiter produziert in 17 Werken und setzte im Geschäftsjahr 2012/13 weltweit 2,181 Mrd. Euro um. Das Ergebnis vor Steuer, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 298 Mio. Euro, ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr davor.

Eigenkapitalbasis stärken, ohne an die Börse zu gehen

Auf eine Hybridanleihe habe das Familienunternehmen zurückgegriffen, weil Egger damit seine Eigenkapitalbasis stärken könne, ohne an die Börse zu gehen. Auch sei so ein Instrument "in der jetzigen Marktkonstellation gut platzierbar", so Leissing. Damit könne Egger nicht nur seine Bonität verstärken, sondern "noch einmal die Basis für weiteres Wachstum legen".

Geplant sind insbesondere Investitionen in Veredelungsanlagen in Russland, ein Kraftwerk in Rumänien für den Eigenbedarf und die Stromeinspeisung in das öffentliche Netz sowie Logistik in der Türkei.

In Österreich, wo Egger nur mehr drei Prozent seines Umsatzes macht, läuft noch eine Aufwertung der Produktion in St. Johann. Ein neues Spanplattenwerk würde man hier aber nicht mehr bauen, schränkt Leissing ein, dazu seien die Bedingungen zu schlecht. Stabsabteilungen und Produktion bleiben aber hier, daher sind auch noch etwa 1.300 der weltweit 7.200 Mitarbeiter in Österreich tätig. Die Werke in St. Johann und St. Pölten sind aber sehr exportorientiert.

Zuletzt hat Egger jedes Jahr eine Anleihe begeben, derzeit seien 470 Mio. Euro aufgelegt. Damit finanziere sich Egger zu 50 Prozent über den Kapitalmarkt, so Leissing.