"Die Zeche zahlen die Sparer"

"Die Zeche zahlen die Sparer"

Eine extrem expansive Geldpolitik könne zum Dauerzustand werden, warnte Folkerts-Landau. Die eigentlich notwendigen Strukturreformen würden dagegen auf die lange Bank geschoben.

"Die Angst vor geringem Wachstum ist irrational groß geworden", sagte der Ökonom der Zeitung "Welt am Sonntag": "Die Notenbanken verhalten sich so, als befänden wir uns mitten in der Großen Depression, und feuern mit ihren allerschwersten Waffen." Nachhaltiges Wachstum sei dadurch jedoch noch nicht wieder entstanden.

Folkerts-Landau sagte, die niedrigen Zinsen führten zu einer schleichenden Entwertung der Ersparnisse in Deutschland: "Solange die Zinsen nahe bei null und damit deutlich unter der Teuerungsrate liegen, schrumpft die Kaufkraft der Ersparnisse." Das helfe der Regierung erheblich, ihre Schuldenprobleme zu lösen: "Aber die Zeche zahlen die Sparer." Der Leitzins in der Eurozone liegt bei 0,75, in den USA bei null bis 0,25 Prozent.

Geldmenge im Fokus

"Vor uns liegt die große Herausforderung, die Geldmengen wieder auf ein historisch normales Niveau zu bringen", sagte der Volkswirt. Wenn Investoren begännen, eine Verschärfung der Geldpolitik zu erwarten, könne dies zu einem signifikanten und raschen Ausstieg aus riskanten Vermögenswerten und einem Heraufschnellen der Zinsen führen. Ein Anstieg des weltweiten Zinsniveaus würde es hoch verschuldeten Ländern wie Japan und den USA aber erschweren, dann ihre Schulden zu bedienen: "Die Handlungsfähigkeit der Zentralbanken ist sicher beschädigt worden."

Kritik übte Folkerts-Landau auch am Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Stützung von Euro-Krisen-Ländern. "Als letztes Mittel, zum Beispiel in einer Depression, sind Staatsanleihenkäufe denkbar, aber die EZB hat diese Karte vergangenen Sommer sehr früh ausgespielt."

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