Die Wende: Kerneuropa schmiert ab, Peripherie legt zu

Die Wende: Kerneuropa schmiert ab, Peripherie legt zu

Während als sicher geltende Staatsanleihen deutliche Abschläge verzeichneten, griffen Anleger am Donnerstag verstärkt bei den Bonds der Euro-Peripherie zu.

Die deutschen Bundesanleihen bauten im Verlauf ihre Kursverluste weiter aus. Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg zuletzt um acht Basispunkte auf 1,56 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um 114 Basispunkte auf 140,26 Prozent.

Auch die Kurse der ebenfalls als relativ sicher eingestuften Staatsanleihen von Finnland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreichs und Frankreichs wiesen Kursrückgänge auf.
Frankreich hatte im Tagesverlauf eine Anleihe mit zehn Jahren Laufzeit zu einer rekordniedrigen Emissionsrendite begeben.

"Draghi hat nicht enttäuscht"

EZB-Präsident Mario Draghi kündigte nach dem EZB-Ratstreffen Käufe von Staatsanleihen in unbegrenztem Ausmaß an, um den Verzerrungen an den Märkten entgegenzuwirken. Die Käufe sollen seinen Worten nach wieder neutralisiert werden und strengen Bedingungen unterliegen. Den Leitzins beließ die EZB unverändert bei 0,75 Prozent.

“Draghi hat nicht enttäuscht”, sagte Richard McGuire, Stratege für festverzinsliche Wertpapiere von der Rabobank International in London. “Der Markt hatte vor dem EZB-Treffen eine Reihe von Erwartungen aufgebaut, und Draghi ist auf alle Sorgen eingegangen.” Darum seien die Bundesanleihen verkauft worden, während die spanischen Bonds zulegten, fügte er hinzu.

Die Anleihen der Euro-Peripherie verzeichneten teils sehr deutliche Kursgewinne. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Papiere verringerte sich zuletzt um 37 Basispunkte auf 6,04 Prozent, nachdem sie bereits in den drei Vortagen um 45 Basispunkte gesunken war. Vergleichbare italienische Anleihen rentierten um 20 Basispunkte niedriger bei 5,32 Prozent, während das portugiesische Pendant mit 8,72 Prozent sogar um 39 Basispunkte schwächer rentierte.

Erfreuliche spanische Auktion

Im Tagesverlauf hatte Spanien mit der Auktion von drei Staatsanleihen seinen Marktzugang unter Beweis gestellt und dabei bereits deutlich niedrigere Finanzierungskosten verzeichnet. Madrid nahm mit der Emission insgesamt 3,5 Mrd. Euro ein und erreichte damit das Maximalziel. Das spanische Wirtschaftsministerium teilte mit, es seien nun 76,8 Prozent der für dieses Jahr geplanten Anleihen verkauft.

Am Markt für US-Staatsanleihen gingen die Kurse kräftig zurück. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg zuletzt um acht Basispunkte auf 1,67 Prozent. Der 30-jährige Longbond rentierte mit 2,79 Prozent um acht Basispunkte höher.

Mit dem Arbeitsmarkt in Zusammenhang stehende Konjunkturdaten aus den USA - wie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor - signalisierten, dass sich der Stellenaufbau in den USA beschleunigt haben dürfte. Der offizielle US- Arbeitsmarktbericht wird am Freitag veröffentlicht und steht im Fokus der Anleger, weil er Hinweis auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank geben könnte.

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