Die US-Notenbank setzt weiter auf Dollarschwemme

Die US-Notenbank setzt weiter auf Dollarschwemme

Aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende Juli geht kein Zeitplan für den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes hervor.

Der zwölfköpfige Offenmarktausschuss (FOMC) um Fed-Chef Ben Bernanke zeigte sich uneins, wann die Konjunkturhilfen zurückgefahren werden sollen. Einige Mitglieder hätten dafür plädiert, die Käufe "bald ein wenig" zu drosseln, heißt es in den Protokollen. Andere hätten zur Geduld beim Herunterfahren der Konjunkturhilfen gemahnt. Derzeit kauft die Notenbank jeden Monat für 85 Milliarden Dollar Staats- und Immobilienpapiere und kurbelt damit die Wirtschaft an.

Die US-Börsen weiteten nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls ihre Verluste kurzzeitig leicht aus, bevor die Märkte ins Plus drehten. Der Dollar legte zu Yen und Euro zu. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen. Viele Teilnehmer an den Finanzmärkten haben sich darauf eingestellt, dass die Fed im nächsten Monat mit dem Herunterfahren der Konjunkturhilfen beginnt. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ist sich da nicht so sicher: "Der September ist noch nicht in trockenen Tüchern." Womöglich werde es erst im Dezember so weit sein, insbesondere wenn der Arbeitsmarktbericht im kommenden Monat "nur so lala" ausfalle.

Zinserhöhung irgendwo im Horizont

Bernanke hatte Mitte Juni erklärt, abhängig von der Entwicklung der Konjunktur könnten die Anleihekäufe der Fed ab dem Herbst auslaufen und bis Mitte 2014 eingestellt werden. Der Offenmarktausschuss der Fed trifft sich Mitte des nächsten Monats zu seiner Zinssitzung - danach tritt Bernanke vor die Presse. Der Arbeitsmarkt hat sich zuletzt merklich erholt. Die Erwerbslosenquote sank im Juli auf 7,4 von 7,6 Prozent im Vormonat. Niedriger war das Niveau zuletzt im Dezember 2008.

Die Fed will erst dann eine Zinserhöhung ins Auge fassen, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Die meisten Fachleute rechnen erst 2015 mit einer Abkehr von der Nullzinspolitik. Einige Mitglieder im FOMC können sich laut Protokoll auch mit der Idee anfreunden, den Schwellenwert bei Bedarf weiter zu senken und die Zinserhöhung somit weiter hinauszuzögern.

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