Die Fed kann weder vor noch zurück

Die Fed kann weder vor noch zurück

US-Notenbanker müssen sich nur an der Nase kratzen und schon halten die Börsianer rund um den Globus den Atem an. Eine Zinsentscheidung in Amerika bewegt die Märkte. Doch Experten glauben nicht, dass die Federal Reserve derzeit überhaupt an ihrer Geldpolitik drehen kann.

Die Federal Reserve (Fed) werde unverändert an ihrer extrem lockeren Geldpolitik und den Minimalzinsen festhalten, prognostizierten Analysten zum Ende einer zweitägigen Sitzung der Zentralbank-Führung am Mittwoch.

Bis die Arbeitslosenrate in den USA nicht den Fed-Zielwert von 6,5 Prozent erreiche, belasse die Notenbank ihren Leitzins auf dem historischen Niedrigstand zwischen 0 und 0,25 Prozent, hieß es. Auch ihre Anleihekäufe für insgesamt 85 Mrd. Dollar (64,5 Mrd Euro) monatlich führe sie ohne Veränderung fort. Die Erwerbslosenquote in den Vereinigten Staaten beträgt derzeit 7,6 Prozent.

Gegen ein Ende oder eine Abschwächung der ultralockeren Geldpolitik - wie es einige Fed-Mitglieder und konservative Politiker zuletzt forderten - spricht die Wirtschaftslage. Das Wachstum lag im ersten Quartal dieses Jahres nach einer frühen Schätzung bei 2,5 Prozent. Das ist für eine nachhaltige Erholung zu wenig. Zumal Einsparungen in den öffentlichen Haushalten der Konjunktur künftig weiter schaden.

Jobwachstum bleibt aus

Auch gab es seit dem Ende der großen Rezession 2009 kein echtes Jobwachstum. Die Zahl neuer Stellen entsprach der Bevölkerungszunahme in den USA. Die Arbeitslosenquote sank nur, weil weniger Einwohner sich bei den Behörden als jobsuchend meldeten, meinen Fachleute. Da auch die Inflationsrate klar unter der Grenze von 2,0 Prozent liegt, muss sich die Fed zudem nicht um die Preisstabilität sorgen.

Für eine Ausweitung der Anleihekäufe wiederum gab es Experten zufolge aber ebenfalls keine Anzeichen. Dafür sei der Widerstand in den eigenen Reihen der Fed und aus der Politik zu groß, berichteten US-Medien. Die Konjunktur sei für eine Beschleunigung der Notenpresse nicht schwach genug. Eine Sorge ist die Überhitzung der Märkte, weil Anleger wegen der Niedrigzinsen in unsicherere Anlagen investieren oder sich Hauskäufer wegen günstiger Kredite überschulden.

Aufgabe der Fed ist es, sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Preisstabilität zu fördern. Besondere Bedeutung hat ihr Erfolg dabei auch für Notenbank-Chef Ben Bernanke. Seine zweite Amtszeit endet nach acht Jahren am 31. Jänner 2014. Bisher ist ungewiss, ob US-Präsident Barack Obama ihn danach auf dem Posten belässt.

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