Die Fed druckt wieder!

Die Fed druckt wieder!

Wie die US-Notenbank am Mittwoch nach der letzten Sitzung ihres Offenmarktausschusses 2012 in Washington mitteilte, will sie ab Januar monatlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen. Zusätzlich setzt sie den im Herbst begonnen Kauf bestimmter Immobilienpapiere in einem Volumen von 40 Milliarden Dollar pro Monat fort.

Beide Schritte waren an den Finanzmärkten so erwartet worden. An der Wall Street setzten der Dow Jones und der Index der Technologiebörse Nasdaq ihre Rally der vergangenen Tage fort. Der Dollar gab nach.

Überraschend setzten sich die US-Notenbanker auch konkrete Zielmarken, die sie mit ihrer Geldpolitik anpeilen. So soll der Leitzins, der seit vier Jahren bei quasi null Prozent liegt, so lange nicht steigen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt und auf Sicht von ein bis zwei Jahren eine Inflationsrate von höchstens 2,5 Prozent erwartet wird. Bis dato hatte die Fed erklärt, der Schlüsselzins werde voraussichtlich nicht vor Mitte 2015 wieder erhöht. Fed-Chef Ben Bernanke wird die Gründe für die Beschlüsse um 20.15 Uhr (MEZ) vor der Presse in Washington erläutern.

Niedrigzins vielleicht viel länger, als bisher gedacht

Die neue Selbstverpflichtung der Zentralbanker könnte dazu führen, dass der Niedrigzins noch viel länger bestehen bleibt, sollte die Wirtschaft zwischen Chicago und Los Angeles nicht Tritt fassen. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 7,7 Prozent und war damit weit entfernt vom Ziel. Die Fed selbst erwartet in den nächsten Jahren nur eine zähe Erholung am Arbeitsmarkt. Sie rechnet nach der am Mittwoch vorgelegten Projektion für 2013 mit einer Erwerbslosenquote von 7,4 bis 7,7 Prozent. 2014 soll die Rate dann auf bis zu 6,8 Prozent sinken. Erst 2015 kommt demnach das Ziel Vollbeschäftigung in greifbare Nähe, wenn die Quote auf 6,0 bis 6,6 Prozent sinken soll.

Die Zentralbank rechnet zugleich mit einem Anziehen der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um bis zu drei Prozent. 2014 soll das Bruttoinlandsprodukt dann um bis zu 3,5 Prozent zulegen. Den angemessenen Zeitpunkt für eine Zinserhöhung sehen nunmehr 13 Notenbanker erst im Jahr 2015. Im September waren es zwölf. Nur ein Zentralbanker will damit bis 2016 warten.

... außer die Wirtschaft fasst früher Tritt ...

Sollte die Wirtschaft jedoch schneller in Schwung kommen, könnte es in den Vereinigten Staaten viel schneller zu einer Zinswende kommen als von vielen Fachleuten bislang erwartet. Im Gegensatz etwa zur Europäischen Zentralbank (EZB), die ausschließlich das Ziel stabiler Preise verfolgt, muss die Fed wegen ihres gesetzlichen Auftrages auch dafür sorgen, dass möglichst Vollbeschäftigung herrscht.

Mit den neu beschlossenen Staatsanleihekäufen ersetzen die Notenbanker ein Ende Dezember auslaufendes Programm - die sogenannte "Operation Twist". In diesem Rahmen hatten sie in ihrer Bilanz kurzlaufende Staatsanleihen in langlaufende Papiere umgetauscht, um damit die langfristigen Zinsen in den USA zu drücken und so die Konjunktur zu stimulieren.

Bereits seit September pumpt Bernanke durch den Aufkauf hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) Monat für Monat 40 Milliarden Dollar in die Wirtschaft. Zusammen mit dem neuen Staatsanleihen-Kaufprogramm über monatlich 45 Milliarden Dollar wird sich die Bilanz der Zentralbank durch beide Maßnahmen zusammen bis Ende 2013 um rund 1,2 Billionen auf vier Billionen Dollar aufblähen.

"US-Fiskalklippe ist großer Risikofaktor"

Bernanke hat zudem eindringlich vor negativen Auswirkungen der Fiskalklippe gewarnt. Wenn Regierung und Opposition sich im derzeitigen Haushaltsstreit nicht schnell einigen könnten, drohten ernste Folgen für die ohnehin schwache US-Konjunktur. "Es handelt sich ganz klar um einen größeren Risikofaktor", sagte er vor Journalisten in Washington.

Der Streit führe bereits jetzt zu Unsicherheiten bei Unternehmern und Investoren, fügte Bernanke am Mittwoch hinzu. Auch das Vertrauen der Verbraucher gehe deutlich zurück. Falls es bis Jahresende keinen Kompromiss gebe, "wird das jeder zu spüren bekommen". Auch zusätzliche geldpolitische Maßnahmen könnten die Negativeffekte nicht auffangen.

Regierung und Opposition müssen bis Jahresende einen Kompromiss finden, ansonsten treten Etatkürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von 600 Milliarden Dollar (458 Milliarden Euro) in Kraft. Experten warnen, dies könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Bislang gibt es noch keine Einigung. Obama und die Demokraten beharren auf Steuererhöhungen für die Reichen, was die Republikaner ablehnen.

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