Die Bondkäufe der Bank of England verlaufen im Sand – nur die Inflation steigt

Die Bondkäufe der Bank of England verlaufen im Sand – nur die Inflation steigt

Laut einer Analyse der Societe Generale nahm das Handelsbilanzdefizit in Großbritannien zu, obwohl das Pfund nach einer Mitteilung von Notenbankgouverneur Mervyn King vom 14. November an Wert verlor. Dieser hatte gesagt, dass der Wertzuwachs des Pfunds in 2012 “nicht willkommen” gewesen sei.

“Es ist letztlich wirklich eine Frage des Umfangs und der Geschwindigkeit des Schritts, und das schadet den Verbrauchern”, erklärte Sebastien Galy, Stratege der französischen Bank, in einem Telefon-Interview mit Bloomberg News. “Mehr Inflation wird importiert und dem Verbraucher mehr geschadet, als dem Export-Sektor geholfen werden kann.”

King erklärte Ende vergangener Woche, er sehe Anzeichen für einen Aufschwung. Es gebe gute Gründe dafür, diese Entwicklung durch zusätzliche Asset-Aufkäufe zu stützen. Die Bank of England kann derzeit bis zu 375 Milliarden Pfund (439 Milliarden Euro) durch den Kauf von Anleihen in die Wirtschaft pumpen. Mehrere Spitzenbanker hatte bereits dafür plädiert, diese Summe um 25 Milliarden Pfund aufzustocken. Die Mehrheit der Währungshüter befürchtet allerdings, dass weitere Bondkäufe die Glaubwürdigkeit der Notenbank beeinträchtigen und das britische Pfund nach unten drücken könnten.

Der geldpolitische Ausschuss stimmte mit 6 zu 3 Stimmen für die Beibehaltung des Kaufziels von 375 Mrd. Pfund (439 Mrd. Euro), berichtet die Bank of England in dem Protokoll von der Sitzung vom 6./7. März, das am heutigen Mittwoch in London veröffentlicht wurde. King, David Miles und Paul Fisher votierten für eine Erhöhung von 25 Mrd. Pfund.

Risiko Inflationserwartung

Bei einer Inflationsrate über dem BOE-Ziel von zwei Prozent sah die Mehrheit der Notenbanker ein Risiko, dass eine Erhöhung der Stützungskäufe “zu einer Aufwärtsbewegung der Inflationserwartungen führen könnte”. Die meisten Währungshüter befürchteten auch, das “könne einen nicht gerechtfertigten Rückgang des Pound Sterling auslösen, wenn es als mangelnde Bereitschaft zur Gewährleistung einer auf mittlere Sicht niedrigen Teuerungsrate missverstanden würde.” Die britische Inflationsrate hat sich im Februar auf 2,8 Prozent beschleunigt und liegt den 39. Monat in Folge über dem Ziel der BOE.

Die britischen Staatsanleihen weiteten nach Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls ihre Verluste aus. Die Rendite von zehnjährigen Gilts war zuletzt bei 1,88 Prozent fünf Basispunkte höher. Das britische Pfund holte vorherige Verluste zum Dollar auf und notierte zuletzt bei 1,5128 Dollar 0,2 Prozent höher.

Britische Regierung erhöht den Druck auf die Notenbank

Die britische Regierung hat angesichts der schwachen Konjunktur nun aber auch neue Schützenhilfe von der Notenbank gefordert. Die Bank of England müsse "unkonventionelle geldpolitische Instrumente" in Betracht ziehen, sagte Finanzminister George Osborne am Mittwoch im Parlament bei der Vorstellung des Haushalts. Die von der Notenbank angestrebte Inflationsrate von zwei Prozent werde zwar erreicht. "Aber wir haben in den vergangenen fünf Jahren gesehen, dass eine niedrige und stabile Inflation zwar eine notwendige, aber keine ausreichende Bedingung für Wohlstand ist", sagte Osborne.

Die britische Wirtschaft droht in diesem Jahr nur halb so stark zu wachsen wie bislang angenommen. Das unabhängige Rechnungshof (Office for Budget Responsibility) senkte die Wachstumsprognose von 1,2 auf 0,6 Prozent. Für 2014 wurde sie von 2,0 auf 1,8 Prozent zurückgenommen. In den drei Folgejahren soll das Bruttoinlandsprodukt dann jeweils um mehr als zwei Prozent zulegen.

Osborne stellte am Mittwoch den Haushalt des schuldengeplagten Landes für das Finanzjahr 2013/2014 vor. Die Neuverschuldung lag nach Osbornes Worten im zu Ende gehenden Haushaltsjahr bei 7,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sie soll im kommenden Finanzjahr auf 6,8 Prozent fallen.

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