"Die Blockade steht – der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört"

"Die Blockade steht – der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört"

Tausende Aktivisten der Protestbewegung Blockupy haben am Freitag Teile des Frankfurter Bankenviertels lahmgelegt. Die Kapitalismusgegner blockierten am Morgen in strömendem Regen die Zugänge zur Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Polizei sprach von gut 1000 Protestlern rund um die Notenbank, deren Mitarbeiter indes überwiegend von zu Hause aus arbeiteten. In kaum einem Büro brannte Licht. Blockupy zählte mehr als 3000 Teilnehmer der Blockadeaktionen in der Innenstadt. "Der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört", sagte eine Sprecherin des Bündnisses, zu dem sich mehrere linke Gruppen zusammengeschlossen haben. Am Nachmittag waren ähnliche Protestaktionen vor der Zentrale der Deutschen Bank, auf der Einkaufsmeile Zeil und am Frankfurter Flughafen geplant.

Die Blockaden blieben am Vormittag weitgehend friedlich, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Lediglich einzelne Demonstranten hätten versucht, Absperrungen der Polizei zu durchbrechen - ohne Erfolg. Hunderte Beamte mit Schutzschilden und Helmen hatten das Gebäude der EZB abgeriegelt und waren mit Wasserwerfern angerückt. Die Kapitalismusgegner wappneten sich mit Luftmatratzen für mögliche Auseinandersetzungen. Eine 23-jährige Aktivistin hielt ein aufblasbares Kissen in der Hand: "Damit kann ich mich gegen alles schützen, was von oben kommt", sagte sie mit Blick auf vor ihr stehende Wasserwerfer der Polizei - und auch in Richtung Wolken, aus denen es am frühen Morgen unaufhörlich regnete.

"Widerstand im Herzen des Europäischen Krisenregimes" lautet das Motto der diesjährigen Protestaktionen von Blockupy. Sie demonstrieren unter anderem gegen die Sparpolitik der europäischen Regierungen, gegen Lebensmittelspekulationen der Banken, gegen Mietpreiserhöhungen und die Abschiebung von Flüchtlingen. Am Samstag werden mehr als 15.000 Teilnehmer bei einer Demonstration durch die Innenstadt erwartet.

"Der Schritt vom öffentlichen Protest zum zivilen Ungehorsam ist nötig", sagte ein Blockupy-Sprecher. "Mit der Blockade machen wir den europaweiten Widerstand gegen die verheerende Verarmungspolitik sichtbar." Einige Aktivisten campieren schon seit Tagen am Stadtrand. Im vergangenen Jahr waren bei besserem Wetter bis zu 5000 Blockupy-Anhänger für ähnliche Blockadeaktionen nach Frankfurt gekommen, woraufhin die Polizei die Innenstadt komplett abgeriegelt hatte. In diesem Jahr sollen nur die einzelnen betroffenen Gebäude großräumig abgesperrt werden.

Bei den Frankfurter Banken wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Zudem arbeitete die Mehrzahl der Banker etwa der Deutschen Bank von zu Hause oder in Ausweichquartieren. Viele nahmen den Brückentag frei - Donnerstag war Feiertag in Hessen. Drei Filialen des größten deutschen Geldhauses in der Innenstadt blieben geschlossen. Einige Banker kamen ohne den klassischen Anzug zur Arbeit, um nicht aufzufallen. "Wir sind heute hier wieder in Notbesetzung, mit Jeans und T-Shirt, damit uns nur ja keiner erkennt", sagte ein Händler an der Börse.

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