"Deutschland wird Euro-Bonds am Ende wohl doch zustimmen"

"Nach Lage der Dinge muss man davon ausgehen, dass der politische Rettungsaktionismus beim ESM nicht halt macht", schrieb der Präsident des Ifo-Instituts in der "WirtschaftsWoche" laut Vorab-Bericht vom Samstag. Das Geld des neuen dauerhaften Rettungsschirms (ESM) werde nicht ausreichen und deshalb wären dann weitere Milliardenbeträge erforderlich.

"Deutschland wird Euro-Bonds am Ende wohl doch zustimmen"

"Da das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil die Banklizenz für den ESM kassiert hat, müsste die Bundesregierung erneut an das Parlament herantreten", schrieb Sinn. "Dem damit verbundenen Ärger dürfte sie auszuweichen versuchen, indem sie ihren Widerstand gegen Euro-Bonds aufgibt. Kommen nämlich die Gemeinschaftsanleihen, wäre erst einmal Ruhe."

Eine dauerhafte Lösung wären Euro-Bonds aber nicht, schrieb Sinn. Denn es werde sich zeigen, dass die niedrigen Zinsen abermals von Schuldenländern ausgenutzt würden, der Reformeifer erlahme und sich fehlende Wettbewerbsfähigkeit verfestige.

Derzeit finanzieren sich Länder am Finanzmarkt unter anderem durch die Ausgabe eigener Staatsanleihen. Je risikoreicher die Finanzlage des Landes von den Investoren eingestuft wird, umso höhere Zinsen müssen diese Länder geliehenes Geld zahlen. Ein ohnehin schon angeschlagener Staatshaushalt wird dadurch zusätzlich belastet.

Aktuell haben etwa Spanien und Italien dieses Problem. Bei Euro-Bonds könnten hingegen die Risiken aller beteiligten Länder gewichtet werden. Da darunter mit Ländern wie Deutschland auch Staaten mit eher geringem Ausfall-Risiko wären, könnten die Zinsen für solche Anleihen unter denen für ein Hochrisiko-Land liegen. Die Bundesregierung sträubt sich aber dagegen - auch deshalb, weil die Zinsen für Deutschland durch Euro-Bonds wohl eher steigen würden.