Der Deutschland-Bond ist da!

Der Deutschland-Bond ist da!

Das teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Donnerstag in Frankfurt mit. Das meiste Geld geht nach Nordrhein-Westfalen, das mit 20 Prozent das größte Kontingent am Deutschland-Bond hat.

Berlin und Bremen bekommen jeweils 13,5 Prozent der Einnahmen, Schleswig-Holstein 8,0 Prozent, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland je 6,75 Prozent. Ebenfalls dabei sind Hamburg (5,25 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (3,25 Prozent) und Sachsen-Anhalt (2,25 Prozent).

"Die Länder haben aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe einen unterschiedlichen Finanzierungsbedarf", erläuterte Finanzagentur-Chef Tammo Diemer. Der Anteil des Bundes liege mit 13,5 Prozent oberhalb des Länderdurchschnittes. Der Bund unterstreiche damit seine Bereitschaft, das Pilotprojekt nach Kräften zu unterstützen.

Der Deutschland-Bond soll eine Laufzeit von fünf oder sieben Jahren haben. Die Entscheidung darüber fällt in Kürze, wenn die Bücher geschlossen sind. Aller Voraussicht nach wird die Anleihe noch vor der Sommerpause platziert. "Wir sind startklar. Es hängt jetzt von den Marktbedingungen ab, die richtige Woche zu finden", sagte Diemer.

Klinkenputzen bei Investoren

Das Investoreninteresse sei groß, schließlich könnten sie mit einer Rendite rechnen, die über der von Bundesanleihen liege. Die Finanzagentur habe in den vergangenen Wochen persönliche Gespräche mit vielen Versicherern, Pensionskassen und Fondsgesellschaften in mehreren europäischen Ländern geführt und auch mit Investoren in Asien telefoniert. "Dieses Vorgehen ist üblich. Für ein neues Produkt ist es immer gut, Rede und Antwort zu stehen bei den Investoren", erläuterte Diemer das intensive Werben um die Gunst der Profi-Anleger. Aber auch Privatanleger könnten das Papier theoretisch zeichnen.

Da die Länder ihre eigenen Anleihen bislang vor allem an inländische Investoren verkaufen, könnte die Nachfrage aus dem Ausland ihre Zinskosten drücken. "Die Bund-Länder-Anleihe soll eine ergänzende Refinanzierungsquelle für die Länder darstellen." Sollte die erste Emission gut laufen, könnten weitere Bonds dieser Art folgen, sagte Diemer. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Nach seinen Worten ist die deutsche Bund-Länder-Anleihe auch keine Vorlage für Euro-Bonds, über die auf europäischer Ebene immer mal wieder diskutiert und gestritten wird.

Das Papier wird mit Hilfe eines Banken-Quintetts am Markt platziert. Ihm gehören Barclays, Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank und HSBC an. "Wir sind bei der Auswahl sehr selektiv vorgegangen", sagte Diemer. Die Ratingagentur Fitch bewertet den Bond mit der Spitzennote "AAA".

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

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