Das "Too-Big-To-Downgrade"-Problem

Das "Too-Big-To-Downgrade"-Problem

Das geht aus einer Studie der Europäischen Zentralbank hervor. Die Studie bezog 39.000 vierteljährliche Bankenbewertungen von Standard & Poor’s, Moody’s Investors Service und Fitch Ratings zwischen 1990 und 2011 ein. Sie kam zu dem Ergebnis, dass größere Finanzinstitute bessere Chancen haben, eine günstigere Bonitätsnote zu erhalten.

Zu hohe Bewertungen von Bonds, die mit zweitklassigen Hypotheken abgesichert waren, trugen 2008 zum Ausbruch der schwersten Finanzkrise seit 1929 bei. Auf Analysten der drei Agenturen wurde Druck ausgeübt, komplexe Investmentprodukte günstig zu bewerten. Dadurch erhofften sich die Agenturen lukrative Aufträge von Wall-Street-Banken, wie der Ständige Unterausschuss für Untersuchungen des US-Senats im vergangenen Jahr in einem Bericht feststellte. Etwa 90 Prozent der mit AAA benoteten Papiere, die 2006 und 2007 durch zweitklassige Hypotheken abgesichert waren, wurden später auf “Ramsch“-Status herabgestuft.

Die Bevorzugung “reflektiert vor allem die widersprüchlichen Anreize der Ratingagenturen im Hinblick auf große Banken”, schrieben Harald Hau, Sam Langfield und David Marques-Ibanez in ihrem auf der Website der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Bericht. Ihre Ergebnisse repräsentieren nicht die Meinung der EZB. Große Banken werden aufgrund ihrer Dimension und wirtschaftlichen Macht systematisch günstiger bewertet als kleinere Unternehmen, folgert die Studie. Im Extremfall könnten große Banken für eine Ratingagentur “too big to downgrade” - zu bedeutsam für eine Herabstufung - werden.

“Die Macht einer Bank gegenüber einer Ratingagentur steht in Relation zu ihrer Größe”, schrieben die Autoren. “Bei größeren Banken ist es wahrscheinlicher, dass sie vielfältige und umfassendere Geschäftsbeziehungen zu den Agenturen unterhalten”, hieß es weiter. Möglicherweise profitierten sie auch von der Annahme, dass sie auch ohne ausdrückliche Zusagen auf staatliche Unterstützung zählen können.

"Das ist Zynismus"

“Wir sind mit der Methodik und den Rückschlüssen der Studie überhaupt nicht einverstanden”, sagte Michael Adler, Sprecher für Moody’s, in einem Telefoninterview. Er lehnte es ab, weitere Details zu nennen. “Zu unterstellen, dass die Ratings für große Banken beeinflusst seien, einfach weil diese Banken gleichzeitig vielleicht in einer ’stärkeren Kundenbeziehung’ stehen, ist unserer Meinung nach Zynismus - oder, wie es der EZB-Bericht formuliert, eine ’Hypothese’”, schrieb Dan Noonan, Sprecher für Fitch, in einer E-Mail. “Kein Geschäftsmodell ist vollkommen frei von möglichen Interessenskonflikten - was zählt ist, wie mit diesen umgegangen und wie sie an den Markt kommuniziert werden”, fügte er hinzu. Ed Sweeney, Sprecher für S&P, lehnte es ab, sich zu äußern.

Im Jahr 2007 erzielte der Geschäftsbereich strukturierte Finanzprodukte bei S&P einen Umsatz von 561 Mio. Dollar. In einigen Fällen wurden den Banken mehr als 1 Mio. Dollar für eine einzelne Bewertung in Rechnung gestellt, wie der Untersuchungsausschuss des Senats herausfand.

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