Chinas Treasuries-Bestände sind keine US-Sicherheitsbedrohung

Chinas Treasuries-Bestände sind keine US-Sicherheitsbedrohung

Zu diesem Ergebnis kommt eine erstmals erstellte Beurteilung durch das Pentagon. “China hat wenig attraktive Anlagemöglichkeiten außerhalb der US-Treasuries für die Masse seiner umfangreichen Devisenreserven”, heißt es in dem Bericht des Verteidigungsministeriums vom 20. Juli, der Bloomberg News vorliegt.

China hält die zweitgrößten Bestände an US-Staatsanleihen nach der US-Notenbank Federal Reserve. Das Verteidigungsministerium untersuchte die Gründe für die chinesischen Investments und ob “die aggressive Option eines umfangreichen Verkaufs” China Einfluss in einer politischen oder militärischen Krise verschaffen würde.

Die Republikaner hatten die Bestände der Chinesen an US-Staatschulden im aktuellen Wahlkampf als Zeichen der Verletzlichkeit der USA bezeichnet. “Leiht sich das Amerika, das wir wollen eine Billion Dollar von den Chinesen? Nein”, sagte Mitt Romney, als er am 3. August auf dem Konvent der Republikaner in Tampa in Florida die Nominierung zum US- Präsidentschaftskandidaten annahm.

Daten des US-Finanzministeriums vom 15. August zeigen, dass China per Juni Treasuries im Volumen von 1,164 Billionen Dollar besaß. China hat seine Bestände dieses Jahr erhöht, als die Wirtschaft der USA stagnierte und sich in Europa die Staatsschuldenkrise verschärfte.

Chinas "Finanz-Waffe" gegen die Taiwan-freundliche US-Politik

Kommentare aus China schlagen gelegentlich vor, die US-Staatspapiere als Druckmittel gegen die Taiwan-freundliche Politik der USA einzusetzen. So schrieb ein leitender Redakteur der Zeitung “People’s Daily” im August 2011 in einem Leitartikel: “Es ist jetzt an der Zeit für China, seine ‘Finanz-Waffe” einzusetzen, um den USA eine Lektion zu erteilen, falls sie weiter machen” mit zusätzlichen Waffenverkäufen an die Regierung Taiwans, zitiert der Pentagon-Bericht.

“Ein Versuch, die US-Staatsanleihen als Zwangsinstrument einzusetzen hätte nur begrenzte Wirkung und würde wahrscheinlich China mehr schaden als den USA”, heißt es im Pentagon-Bericht, der von Verteidigungsminister Leon Panetta an die Kongress- Ausschüsse verteilt wurde. Da die Drohung nicht glaubwürdig sei, würde sie China auch keine “Abschreckungs-Optionen” eröffnen, weder diplomatisch, wirtschaftlich noch militärisch, so das Pentagon.

David Ader, Leiter US-Bond-Strategie beim Vermögensverwalter CRT Capital in Stamford, Connecticut, unterstützt die Schlussfolgerungen des Pentagon. Die Chinesen “sind sehr scharfsinnige Vermögensverwalter. Sie würden erkennen, dass der Schaden, den sie anrichten würden, negative Konsequenzen für sie und den Welthandel, der bereits schwierig ist, nach sich ziehen würde”, sagt Ader in einem Interview mit Bloomberg News.
Wayne Morrison, Experte für den Asienhandel beim überparteilichen Congressional Research Service schreibt in einer Email: Die Chinesen “müssen US-Vermögenswerte kaufen, so lange sie am Devisenmarkt intervenieren, um den Wert des Renminbi gegenüber dem Dollar niedrig zu halten”.

Ausländische Investoren hielten per Juni 50,3 Prozent der insgesamt 10,52 Billionen Dollar an umlaufenden marktfähigen US- Staatsanleihen, zeigen offizielle Daten. Im April 2008 hatte der Anteil in Auslandsbesitz bei 55,7 Prozent von insgesamt 4,64 Billionen Dollar an Treasuries gelegen.

"Deutliche Kosten" für China

Eine plötzliche und umfangreiche Verringerung der chinesischen Bestände “könnte zu kurzfristigen” Störungen am Sekundärmarkt und zu Zinserhöhungen bei der Emission von Treasuries führen, heißt es im Bericht des Pentagon. Dies würde aber auch für China zu “deutlichen Kosten” führen, da sich das Angebot der US-Papiere erhöht und die Kurse sinken, wodurch der Wert der chinesischen Bestände einbrechen würde.

Nach Einschätzung von Ira Jersey, Zinsstratege bei der Credit Suisse in New York, einem der 21 Primärhändler für Treasuries, würden andere Investoren einspringen, falls China seine Bestände abstößt oder verringert.
“In einem Umfeld wie dem aktuellen würde ein Renditeanstieg um 50 Basispunkte im zehnjährigen Bereich viel Nachfrage von inländischen und von nicht traditionellen ausländischen Investoren nach sich ziehen. Sie würden in den Markt kommen und zu niedrigeren Kursen und etwas höheren Renditen kaufen”, sagt Jersey.

Fed kann ja einspringen

Das Pentagon schrieb in seinem Bericht auch, die US- Notenbank sei “voll und ganz in der Lage, die von China abgestoßenen Treasuries aufzukaufen und die Auswirkungen auf die Wirtschaft zu verringern.” Eine “plötzliche und bedeutende” Verringerung der chinesischen Treasuries-Bestände würde “die Wahrnehmung Chinas in der internationalen Finanz- und Geschäftswelt als ein verlässlicher und respektierter Wirtschafts- und Finanzpartner fundamental verändern”, heißt es im Pentagon-Bericht.

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