Blessing: "Zweiter Schuldenschnitt kommt"

Blessing: "Zweiter Schuldenschnitt kommt"

"Wir werden am Schluss nochmal einen Schuldenschnitt in Griechenland sehen, an dem sich alle Gläubiger beteiligen werden müssen", sagte Blessing am Donnerstag auf einer Investoren-Konferenz in Frankfurt.

Bei dem Schuldenschnitt im März hatten nur die privaten Gläubiger auf rund drei Viertel ihrer Forderungen gegenüber dem verschuldeten Staat verzichtet. Dadurch konnte Griechenland eine Staatspleite abwenden und seine Staatsschulden um rund 100 Milliarden Euro reduzieren.

Die EZB hatte damals nicht teilgenommen, mit der Begründung, sie sei kein privater Gläubiger. Die in Frankfurt ansässige Zentralbank hat am Markt rund 38 Milliarden Euro für griechische Staatsanleihen ausgegeben, die einen Nennwert von 50 Milliarden Euro haben. Auch die Notenbanken aus den 17 Ländern der Euro-Zone haben noch griechische Staatsanleihen in ihren Portfolien. Die Schätzungen liegen bei rund zwölf Milliarden Euro.

Europas Banken haben ihr Engagement in Griechenland dagegen drastisch zurückgefahren. Viele von ihnen haben die länger laufenden, geringer verzinsten Staatsanleihen, die sie im Tausch erhalten hatten, umgehend wieder auf den Markt geworfen. Das Griechenland-Engagement der Commerzbank ist heute gleich Null. Ende 2009 waren es noch 3,5 Milliarden Euro.

"Krise ist noch nicht überwunden"

"Die Staatsschuldenkrise ist noch nicht überwunden und wird weiter Spuren in der Wirtschaft hinterlassen", warnte Blessing. Um die Rettung Griechenlands wird weiter gerungen, da das Land nicht die erhofften schnellen Fortschritte bei der Sanierung seiner Staatsfinanzen macht und wirtschaftlich darnieder liegt. EU-Vertreter hatten bereits im Juli erklärt, dass Griechenland seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern kaum werde erfüllen können. Schon damals hatte es geheißen, dass die Last dann vornehmlich bei der EZB und den Euro-Staaten liegen werde.

"Die strukturellen und politischen Defizite der Euro-Zone sind nicht behoben", sagte Blessing. "Das sind neben der Staatsverschuldung die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit und die fehlende politische Integration in Europa. Es wird keine schnelle Lösung geben." Die Politik müsse die Zeit nutzen, die ihr die EZB mit ihren Maßnahmen gebe, um den Bestand des Euro auf lange Sicht sicherzustellen. "Wir wollen nicht in drei Jahren feststellen, dass sich in fundamentalen Dingen nichts verändert hat", sagte der Commerzbank-Chef.

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