Bernanke reitet die Fed rein – im schlimmsten Fall sind 500 Milliarden weg

Bernanke reitet die Fed rein – im schlimmsten Fall sind 500 Milliarden weg

Das wäre der Fall, wenn die Leitzinsen plötzlich kräftig angehoben würden. Das hat MSCI Inc. jetzt im Auftrag von Bloomberg News berechnet.

Die Summe ergibt sich aus der Differenz des Wertes der Papiere im Portfolio der Fed am 31. Dezember und dem potenziellen Verkaufserlös in drei Jahren. MSCI wandte dabei Szenarien an, wie sie von der Notenbank selbst für die Stresstests der 19 größten Banken des Landes entwickelt wurden.

Bei einem negativen Szenario könnte der Marktwert der Fed-Papiere demnach innerhalb von drei Jahren um 547 Mrd. Dollar sinken - dies wäre der Fall, wenn es zu einer wirtschaftlichen Kontraktion bei zugleich steigender Inflation käme. Sollte sich die Wirtschaft hingegen so entwickeln, wie Volkswirte derzeit erwarten, entstünde ein Marktwertverlust von nicht mehr als 216 Mrd. Dollar. Dieses freundlichere Szenario sieht vor, dass das Wachstum langsam zulegt sowie Inflation und Zinsen graduell steigen.

Die möglichen Verluste sind allerdings beispiellos in der 100-jährigen Geschichte der Fed. In einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats deutete Fed-Chef Ben S. Bernanke die möglichen Konsequenzen seiner Politik erstmals an. Die Geldsendungen der Notenbank an das Finanzministerium “könnten eine Weile recht niedrig ausfallen”, sollten die Zinsen “schnell steigen”. Weiter ins Detail ging Bernanke nicht. Er sagte auch nichts zu potenziellen Marktwertverlusten. Vielmehr erklärte er, “zuversichtlich” zu sein, dass die Fed über die Instrumente verfüge, um die Geldpolitik wieder zu straffen.

“Es fällt nicht schwer, sich eine naive Antwort darauf aus dem Kongress vorzustellen, bei der gefragt wird, wo das ganze Geld denn geblieben ist”, sagt Sarah Binder, von der Brookings Institution, die die Beziehungen von Fed und Kongress analysiert. “Selbst wenn es dafür eine völlig logische Erklärung gibt und die Normalisierung der Fed-Bilanz sich langfristig als gut herausstellt, werden die Schlagzeilen Prüfungen des Kongresses nach sich ziehen. Aus Sicht der Fed ist das niemals gut.”

Als Antwort auf die tiefste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre startete die Fed drei Runden quantitativer Lockerung, die zu mehr Jobs und einem stärkeren Wachstum geführt haben. “Die Geldpolitik fördert das Wachstum und den Stellenmarkt in einem Maße, sodass die Reduzierung des Staatsdefizits jede Variation der Fed-Zahlungen an das Finanzministerium in den Schatten stellen wird”, erklärte Bernanke in einem Rechenschaftsbericht vor dem Bankenausschuss des Senats.

Die Fed bewertet ihr Portfolio nicht nach Marktpreisen, und ihre Verluste können daher auch nur einen Bruchteil dessen betragen, wie MSCI ebenfalls errechnet hat. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn die Notenbank einen Großteil der Papiere bis zu ihrer Fälligkeit halten würde. Die Zentralbank kann überdies nicht bankrottgehen und mit Verlusten in ihren Büchern einfach weiter arbeiten.

Durch die drei Runden der quantitativen Lockerung - im Rahmen der jüngsten kauft die Fed monatlich längerfristige Staatspapiere und Hypothekenbonds im Volumen von 85 Mrd. Dollar auf - ist das Portfolio der Fed auf mittlerweile mehr als drei Billionen Dollar angestiegen. Zu Beginn der Finanzkrise 2007 waren es noch 869 Mrd. Dollar.

Die Fed ist nicht die erste Zentralbank, die mit ihrer Politik Verluste einfährt, sagt Nathan Sheets, früher leitender internationaler Volkswirt der Fed. Die Zentralbanken der Schweiz, von Chile und Mexiko hätten dies ebenfalls getan. Das habe sie nicht davon abgehalten, ihre Geldpolitik fortzusetzen, fügte er an.

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen