Banken: Die nächste Regulierung kommt

Banken: Die nächste Regulierung kommt

Den Banken stehen im Bereich Asset-Backed-Securities möglicherweise höhere Kapitalanforderungen und eine strengere Regulierung ins Haus.

Der Boom in den Märkten für Verbriefungen in den USA und Europa in den Jahren vor 2008 ist von den Aufsichtsbehörden als eine der Haupursachen für den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings und der nachfolgenden Finanzkrise ausgemacht worden. Der Verfall des Marktwertes der Papiere machte den Banken damals zu schaffen.

“Letzten Endes geht es darum, wie das Kapital bewertet wird, aber es geht auch darum, zu reflektieren, was wir aus der Krise über die Verbriefungen gelernt haben und über die Art und Weise wie die Risiken innerhalb der Verbriefungen funktionieren”, sagte Generalsekretär Wayne Byres in einem Interview.

Die Verbriefungen standen auch im Zentrum von Klagen. Die Emittenten wurden beschuldigt, dass einige Produkte mangelhaft waren oder sogar so strukturiert wurden, dass Verluste auftreten mussten. Asset-Backed-Securities sind Wertpapiere, die mit Forderungen unterlegt sind.

Eric Schneiderman, Generalstaatsanwalt des Bundesstaats New York, hatte diesen Monat geäußert, dass eine Klage gegen JPMorgan Chase & Co. - die größte US-Bank - als Muster für andere Rechtsstreite dienen werde. Schneiderman zufolge hat der Bear-Stearns-Geschäftsbereich, den JPMorgan 2008 kaufte, die Investoren in Hypothekenanleihen im Hinblick auf die mangelhaften Kredite, die den Wertpapieren zugrunde lagen, getäuscht, was zu “monumentalen” Verlusten führte.

Noch immer enorme Kapitalmengen

Das Neuemissionsvolumen von forderungsunterlegten Anleihen lag in den USA 2011 bei insgesamt 124 Mrd. Dollar. Zu den Boomzeiten 2006 waren es 753 Mrd. Dollar, wie aus Daten der Securities Industry and Financial Markets Association hervorgeht. “Was bis zum Jahresende dabei herauskommen wird, ist eher eine Konzeption als ein detailliertes Regelwerk”, erläuterte Byres. “Es wird einige Fragen aufwerfen”, fügte er an.

Das Fehlen von belastbaren Vorgaben für Bankenkapital hat nach Einschätzung des Verbands International Organization of Securities Commissions wahrscheinlich zu dem Boom vor der Krise geführt. “Im Idealfall kann das Rahmenwerk vereinfacht werden, das wäre gut”, sagte Byres. “Wenn wir unsere Abhängigkeit von den Ratingagenturen verringern könnten - ein breiteres Thema, das bei einem großen Teil unserer Arbeit eine Rolle spielt -wäre das ebenfalls gut”, fügte er an.

Der Vorstoß im Bereich Verbriefungen verlängert die Prioritätenliste des Basler Ausschusses noch, der dabei ist, die Liquiditätsrichtlinien für die Banken festzulegen.

Auf der nächsten Ausschuss-Sitzung im Dezember soll eine Überprüfung der der kurzfristigen Liquiditätsdeckungskennziffer (LCR) abgeschlossen werden. Mit dem Liquiditätspuffer soll sichergestellt werden, dass die Banken jederzeit über genug hochliquide Aktiva verfügen, um unter einem Stress-Szenario einen Zeitraum von 30 Tagen auf sich selbst gestellt allen Nettozahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die LCR hat jedoch zu Besorgnis geführt, dass dadurch die Kreditvergabe an die Unternehmen eingeschränkt werden könnte und es für die Zentralbanken schwieriger werden könnte, ihre Geldpolitik umzusetzen. Die LCR soll zum 1. Januar 2015 verbindlich werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Banque de France haben gefordert, die Liste der Aktiva, die die Banken für die LCR verwenden dürfen, auszuweiten. Die EZB hat sich dafür ausgesprochen, dass die Liste mehr denjenigen Wertpapieren entspricht, die sie selbst von den Banken als Sicherheiten akzeptiert. “Es gibt eine zusätzliche Schwierigkeit bei der Zentralbankfähigkeit und das ist, dass die akzeptierten Aktiva von Land zu Land verschieden sind”, sagte Byres weiter.

Der Basler Ausschuss wird im Dezember auch die vorläufigen Ergebnisse einer Untersuchung diskutieren, bei der es darum geht, wie unterschiedlich die Banken das Verlustrisiko bei ihren Aktiva bewerten. Einige Banker in den USA, darunter Jamie Dimon, Chef von JPMorgan, haben die Aufsichtsbehörden aufgerufen, mögliche Missbräuche bei der derzeitigen Berechnung der risikogewichteten Aktiva zu bewerten.

Derzeit dürfen die Banken ihre eigenen Modelle zur Risikobewertung verwenden. Die risikogewichteten Aktiva legen fest, wie viel Eigenkapital eine Bank vorhalten muss. “Es ist klar, dass es unterschiedliche Ergebnisse gibt, wenn die Banken die Modelle auswählen können. Die schwierige Frage ist, zu entscheiden, was zu viel ist”, sagte Byres.

Außerdem wolle der Ausschuss weiterhin ein wachsames Auge darauf halten, ob es den Banken erlaubt werden sollte, einen stärkeren Gebrauch von so genannten Zwangswandelanleihen (CoCos) zu machen, um die Basler Eigenkapitalregeln zu erfüllen, sagte Byres. Konzeptionell seien diese sehr einfach und attraktiv, aber es gebe viele praktische Probleme, wenn versucht werde, sie bei einer internationalen Bankengruppe zu verwenden, sagte Byres. “Zum Beispiel: welche juristische Gesellschaft der Gruppe begibt sie, welche Behörde hat dann die Befugnis, sie auszulösen - lauter komplexe Dinge”, erläuterte Byres.

Der Basler Ausschuss hatte es vergangenes Jahr abgelehnt, den Banken zu gestatten, CoCos für den Eigenkapitalaufschlag zu verwenden, den große systemisch wichtige Banken vorhalten müssen. Damals sagte der Ausschuss jedoch, er werde die Angelegenheit weiter prüfen. “Bislang ist in diesem Bereich nichts unternommen worden, um die Regeln auf diesem Gebiet zu ändern”, sagte Byres.

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