Bankbonds schlagen Industrieanleihen erstmals seit sieben Jahren

Bankbonds schlagen Industrieanleihen erstmals seit sieben Jahren

Während die Unternehmen die Verschuldung erhöhen, um die rekordniedrigen Kreditzinsen zu nutzen, reduzieren die Banken unter dem Druck der Aufsichtsbehörden ihre Fremdfinanzierung.

Bankanleihen weltweit haben dieses Jahr 9,9 Prozent eingebracht. Industrieanleihen kamen dagegen nur auf einen Ertrag von 6,9 Prozent. Das zeigen Index-Daten von Bank of America Merrill Lynch.

Bei den Investoren wächst das Vertrauen, dass die Banken in der Lage sind, ihre Anleihen zurückzuzahlen, auch wenn die Staatsschuldenkrise in der Eurozone weiter schwärt.

Die Rendite der Bankbonds ist von einem Hoch bei 9,1 Prozent im März 2009 auf durchschnittlich 3,16 Prozent gesunken, wie Indizes von Bank of America Merrill Lynch zeigen. Im Zeitraum von 2006 bis 2011 hatten Industrieanleihen 45 Prozent eingebracht, während die Bankenanleihen nur 21 Prozent zulegten.

Der Nominalwert der Bankenbonds im weltweiten Index von Bank of America Merrill Lynch ist von 2,95 Billionen Dollar Ende August 2008 auf 2,85 Billionen Dollar zum 31. August gesunken. Im selben Zeitraum hat das Nominalvolumen im Global Broad Market Industrial Index aber von 2,15 Billionen Dollar auf 3,4 Billionen Dollar zugenommen.

Neue Aufsichtsregeln

Die Investoren haben Finanzanleihen gekauft, auch wenn die Ratingagentur Moody’s die Bonitätsnoten der Banken am 21. Juni auf durchschnittlich vier Stufen unterhalb der Werte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise heruntersetzte.

Die Rendite von Papieren der Citigroup ist dieses Jahr um 1,85 Prozentpunkte gesunken, im Vergleich zu einem durchschnittlichen Renditerückgang von 1,67 Prozentpunkten bei den Bankenbonds insgesamt. Die 2008 mit einer staatlichen Kapitalspritze gerettete Citigroup hat ihre langfristige Verschuldung dieses Jahr durch den Rückkauf von Anleihen um 11,9 Mrd. Dollar reduziert.

Im August brachten Finanzbonds 0,9 Prozentpunkte mehr ein als Firmenbonds. Das war die beste Entwicklung seit März. “Ein Großteil der Rally ist auf die ruhige Front in Europa zurückzuführen”, sagt Scott Kimball, Vermögensverwalter bei Taplin Canida & Habacht in Miami. Das Ausbleiben von schlechten Nachrichten habe den Risikoappetit der Anleger angeregt. Für die Anleiheinvestoren sei es zudem günstig, dass die Banken durch die neuen Aufsichtsregeln gezwungen sind, ihre riskanten Aktiva zurückzufahren.

"Großes Gefallen an der EZB-Idee"

Anleihen von Italiens größter Bank UniCredit und Banco Santander SA, der größten spanischen Bank, führten die Rally im August an, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi versprochen hatte, alles erforderliche zu tun, um den Euro zu bewahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mittlerweile Unterstützung für Draghis Rettungspläne für Italien und Spanien signalisiert. “Die Leute finden großen Gefallen an der Idee, dass europäische Zentralbanken Anleihen zurückkaufen”, sagte Kimball.
Bonds von UniCredit legten im August durchschnittlich drei Prozent zu, Santander-Anleihen brachten 2,8 Prozent ein. Dem steht ein Anstieg um 1,1 Prozent im Global Broad Market Financial Index von Bank of America Merrill Lynch gegenüber.

“Wir haben im vergangenen Monat eine Rally erlebt, die größtenteils von Europa ausging”, sagte Dorian Garay, Vermögenverwalter bei ING Investment Management in New York. Dazu beigetragen habe das begrenzte Angebot an Bankpapieren.

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