Bank of Japan stoppt die Druckerpressen

Bank of Japan stoppt die Druckerpressen

Die japanische Notenbank pumpt trotz wachsendem politischen Druck kein zusätzliches Geld in die schwächelnde Wirtschaft.

Die Geldpolitik werde vorerst nicht verändert, teilte sie am Freitag in Tokio mit. Die Zentralbank ließ aber die Tür für einen späteren Eingriff offen. "Die Konjunktur schwächt sich mehr oder weniger ab", räumte sie ein. Außerdem fallen die Preise auf breiter Front. Aus diesem Grund forderte Wirtschaftsminister Seiji Maehara offen ein stärkeres Engagement der Notenbank. "Ich möchte weiter darauf dringen, dass die Bank of Japan ihre schlagkräftige geldpolitische Lockerung fortsetzt", sagte Maehara.

Die exportabhängige drittgrößte Volkswirtschaft der Welt leidet unter der Rezession im Euro-Raum und der Flaute in den USA. Zusätzlich macht ihr der Inselstreit mit China zu schaffen, der in der Volksrepublik eine anti-japanische Stimmung schürt. So hat sich der Absatz des Autobauers Toyota einem Zeitungsbericht zufolge im September in China halbiert.

Die Bank of Japan beließ den Leitzins wie erwartet in der Spanne von null bis 0,1 Prozent. Die Entscheidung fiel einstimmig. Erst vergangenen Monat hatten die Währungshüter ihre Geldpolitik abermals gelockert und ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren um umgerechnet rund 100 Milliarden Euro ausgeweitet.

Experten gehen davon aus, dass die Notenbank im kommenden Monat nachlegen wird. "Angesichts des wachsenden Abwärtsdrucks auf Wirtschaft und Preise dürfte es für die Notenbank keine Option sein, ihren Kurs beim nächsten Treffen unverändert fortzusetzen", sagte Chefvolkswirt Hiroshi Miyazaki von Shinkin Asset Management.

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