Auf der Suche nach "AAA"

Auf der Suche nach "AAA"

Vergessen Sie Ben Bernanke: Australische Bonds haben in den vergangenen Wochen zugelegt, während es für US-Treasuries abwärts ging. Zurückzuführen ist dies darauf, dass Investoren auf der Suche nach guten Renditen im “AAA“-Universum sind.

Das Volumen des Marktes für Staatsanleihen, die von allen drei Ratingagenturen mit der Spitzennote bewertet werden, ist seit 2007 um 11 Billionen Dollar geschrumpft - unter anderem, da die USA 2011 herausgefallen sind - und nun weltweit nur noch elf Länder diesen hohen Anforderungen genügen.

In den vier Wochen bis zum 6. Mai legten australische Bonds 1,3 Prozent zu, während es für Treasuries 0,4 Prozent abwärts ging, wie Daten von Bank of America Merrill Lynch zeigen. Zehnjährige australische Bonds rentieren mit 3,11 Prozent, wodurch Zentralbanken und Investoren aus aller Welt angelockt werden. Vergleichbare US-Papiere kommen auf eine Rendite von etwa 1,77 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren sogar mit lediglich 1,29 Prozent.

Nur noch elf Länder haben "AAA"-Status

Im Universum der AAA-Länder befinden sich neben Australien und Deutschland lediglich noch Dänemark, Finnland, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Schweden, die Schweiz und Singapur. Die höchsten Renditen dieser elf Staaten bietet aber Australien. Zusammen haben diese Länder Bonds im Volumen von 6,8 Billionen Dollar ausgegeben - im Jahr 2007, als noch 16 Länder mit der Spitzennote bewertet wurden, betrug das Volumen 17,9 Billionen Dollar, wie aus Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervorgeht.

Während Bernanke den Treasuries in der Vergangenheit durch Bond-Kaufprogramme Rückenwind gab, führte sein Kollege Glenn Stevens in Australien die aggressivsten Zinssenkungen aller Industrienationen durch. Am Dienstag wurden die Leitzinsen erneut reduziert - auf das Rekordtief von 2,75 Prozent.

“Die Rendite ist wirklich hoch”, sagt Yusuke Ito, ein Bond-Investor bei Mizuho Asset Management Co. mit Blick auf Australien. “Sie locken Gelder von vielen Zentralbanken an und sogar von individuellen Investoren. Das wird noch eine Weile so weiter gehen.”

Die ständige Suche nach der besten Rendite

Die Investoren rissen sich geradezu um gute Renditen, sagt Rick Rieder, Co-Leiter Festverzinsliche Amerika bei BlackRock Inc., dem weltgrößten Vermögensverwalter. “In der gesamten Welt lautet die wichtigste Frage: Wie kann ich Erträge erzielen?”, erklärte Rieder vergangene Woche im Interview mit Bloomberg Television. BlackRock verwaltet 3,94 Billionen Dollar.

Durch die Bondkaufprogramme von Notenbanken wie der amerikanischen und der japanischen sind Befürchtungen aufgekommen, dass es zu einem Engpass bei Bonds kommen könnte. Barclays etwa schätzt, dass Zentralbanken in diesem Jahr Vermögenswerte im Volumen von 2,5 Billionen Dollar kaufen werden, die als sicher angesehen werden. Das Netto-Emissionsvolumen beträgt der Bank zufolge allerdings lediglich 2 Billionen Dollar.

Zum Vergleich: In 2012 erstanden die Notenbanken für 1,15 Billionen Dollar sichere Papiere. “Wir halten australische Bonds und reduzieren die Währungs-Absicherung”, sagt Yoshiyuki Suzuki, Leiter für Festverzinsliche bei Fukoku Mutual Life Insurance Co. in Tokio. “Australien ist attraktiv. Die Rendite ist attraktiv.”

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen