Asmussen: EZB ist beim Zinssatz noch nicht am Ende der Möglichkeiten

Asmussen: EZB ist beim Zinssatz noch nicht am Ende der Möglichkeiten

"Je nachdem, wie sich die Inflation entwickelt, sind wir beim Zinssatz noch nicht am Ende unserer Möglichkeiten", sagte Asmussen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch).

Die Inflation im Euroraum war im Oktober überraschend deutlich auf 0,7 Prozent und damit den tiefsten Stand seit vier Jahren gesunken. Daraufhin senkten die Währungshüter den Leitzins um 0,25 Punkte auf das Rekordtief von 0,25 Prozent.

Auch einen negativen Einlagenzins für Geschäftsbanken schloss Asmussen nicht gänzlich aus: "Ich wäre mit einem solchen Schritt sehr vorsichtig, da er hohe Signalwirkung hätte." Ziel der Maßnahme, mit der Banken für Einlagen bei der Notenbank bezahlen müssten, wäre, dass die Institute das Geld statt zu parken als Kredite vergeben. Erfahrungen etwa in Dänemark haben aber gezeigt, dass die Geldhäuser stattdessen die Kosten für die Einlagen an ihre Kunden über höhere Kreditzinsen weitergeben. Und das wäre kontraproduktiv.

Asmussen betonte, dass die Zinssenkung im November nicht von allen Ratsmitgliedern mitgetragen wurde. Er selbst verteidigte den Schritt aber: "Ich würde nicht infrage stellen, dass es die Notwendigkeit gab zu handeln, um unser Ziel der Preisstabilität sicherzustellen." Die EZB strebt eine Jahresteuerung knapp unter 2 Prozent an.

Sechs-Mann-"Revolte"

Die "Financial Times" (FT) hatte gestern von einer Sechs-Mann-"Revolte" im EZB-Rat gegen die Zinssenkung berichtet, an der auch Österreichs Nationalbankchef Ewald Nowotny beteiligt gewesen sein soll. Dieser wies den Bericht am Dienstag in Wien als irreführend zurück. Die Differenzen zwischen den Notenbankern hätten sich lediglich auf das Timing der Zinssenkung bezogen, nicht auf die Senkung an sich.

Der Deutsche Asmussen forderte indes größere Transparenz. Nach Zinsentscheidungen müsse eine Zusammenfassung der Diskussion im EZB-Rat veröffentlicht werden, sagte Asmussen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" weiter. "Wir sollten dabei auch offenlegen, wer wofür gestimmt hat." Bisher verböten die Regeln des EZB-Rates, das Abstimmungsverhalten der Mitglieder offenzulegen.

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