Am Anleihenmarkt herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Am Anleihenmarkt herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Am Donnerstag übersprangen die Renditen für zehnjährige spanische Anleihen am Sekundärmarkt die kritische Sieben-Prozent-Marke. Der Euro fiel auf ein Tagestief von 1,2260 Dollar. "Solange die Hilfen für die spanischen Banken nicht fix sind, dürfte die Situation angespannt bleiben", sagte Jana Meier, Analystin bei HSBC Trinkaus.

Das Hilfspaket für Spanien im Umfang von maximal 100 Milliarden Euro verlangt dem Land umfangreiche Auflagen zur Restrukturierung seines Finanzsektors ab. Macht der Bundestag im Tagesverlauf wie erwartet den Weg für die Hilfen frei, kann Finanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag auch bei einer Telefonkonferenz mit seinen Kollegen in der Euro-Zone Ja zu den Hilfen sagen.

Die sich zuspitzende Banken-Krise hatte Spanien zuletzt immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise gerissen. Mitte Juni schossen die Renditen für zehnjährigen Staatsanleihen auf ein Rekordhoch von 7,3 Prozent - solche Niveaus gelten für die Staatsfinanzierung langfristig als nicht tragbar. Am Donnerstag sammelte das Land bei Investoren insgesamt rund drei Milliarden Euro ein, musste die Anleger aber mit deutlich höheren Zinsen locken. Die durchschnittliche Rendite bei Papieren mit Laufzeit bis 2014 stieg auf 5,2 von 4,3 Prozent bei einer vorigen Emission. Bei Bonds mit Laufzeit bis 2017 kletterte die Rendite auf etwa 6,46 (zuletzt: 6,07) Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Bei Anleihen bis 2019 stieg die Rendite auf 6,7 nach zuvor 4,8 Prozent. "Der Bond-Markt bringt Spanien derzeit nicht gerade viel Liebe entgegen", urteilte Harvinder Sian, Stratege bei der RBS.

Frankreich in der Gunst

Wesentlich bessere Karten hat dagegen Frankreich: Das Land kann inzwischen zu sehr günstigen Konditionen Schulden machen, weil Anleger auf der Suche nach weniger risikoreichen Anlagen sind. Bei einer Emission lag die durchschnittliche Rendite für Papiere mit Laufzeit bis 2015 bei nur 0,12 Prozent und für Papiere bis 2016 bei 0,53 Prozent. Am Sekundärmarkt lagen die Renditen der zehnjährigen Anleihen Frankreichs zeitweise bei 2,039 Prozent - und damit unter ihrem Vortagesschluss von 2,102 Prozent.

Der Euro erlebte am Donnerstag ein Auf und Ab: Die Gemeinschaftswährung pendelte zwischen 1,2260 und 1,2321 Dollar hin und her. Zuletzt gaben Spekulationen über die Ausgestaltung des Euro-Rettungsfonds EFSF dem Euro etwas Auftrieb. Händler verwiesen auf einen Bericht von Dow Jones, wonach der EFSF mit Mitteln zum Kauf spanischer Anleihen am Primär- und Sekundärmarkt ausgestattet würde. Investoren hoffen darauf, dass die Euro-Krise auf diesem Weg effizienter bekämpft werden kann, weil der Druck auf spanische Papiere dann nachlassen sollte.

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